Digital Life
29.05.2016

Windows-10-Upgrade: Microsoft erntet Shitstorm in China

Microsofts aggressives Vorgehen beim Windows-10-Upgrade sorgt auch in China für Ärger. Bis Freitag wurden mehr als 1,2 Millionen Beschwerde-Postings auf Weibo abgesetzt.

Microsoft versucht mit allen Mitteln, Windows-Nutzer zum Upgrade auf Windows 10 zu überreden. Erst vor wenigen Tagen wurde Windows 10 als „empfohlenes Update“ eingestuft, weswegen nun ältere Windows-Versionen besonders aggressiv auf ein Upgrade drängen. Zudem sorgt ein „schmutziger Trick“ für Aufregung: Microsoft benachrichtigt Windows-Nutzer per Pop-up, dass ein Update zur Verfügung steht. Doch möchte man das Fenster per Klick auf „X“, dem Symbol für Schließen, beenden, wird das Upgrade dennoch gestartet.

"Marktposition missbraucht"

Dieser Trick wird nun auch in China scharf verurteilt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, häufen sich die Beschwerden über Microsofts Vorgehen auf der Social-Media-Plattform Weibo. So wurden laut Xinhua bis Freitag mehr als 1,2 Millionen Beschwerde-Postings abgesetzt. „Das Unternehmen hat seine beherrschende Marktposition missbraucht und die Regeln des Fair Play verletzt“, so Zhao Zhanling, ein Rechtsberater der „Internet Society of China“ (ISC). Diese NGO vertritt die Interessen der chinesischen Internetkonzerne, wird aber auch von einigen staatlichen Organisationen und Behörden unterstützt.

Auf dünnem Eis

Daher kann die Aussage des Experten durchaus als Kritik der chinesischen Regierung verstanden werden. Laut Computerworld sieht die chinesische Regierung die staatliche Nachrichtenagentur als persönliches Sprachrohr. So wird über Xinhua oftmals Kritik am Vorgehen von Unternehmen aus dem Westen geäußert. Laut Zhanling hätten chinesische Windows-Nutzer die Möglichkeit, Microsoft zu verklagen, da man dem Nutzer ungefragt die Entscheidung abnimmt. Microsoft befindet sich in China auf dünnem Eis, da die Behörden bereits seit 2014 wegen möglicher Kartellrechtsverletzungen ermitteln.