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Digital Life
03/19/2020

Wo soll ich meinen WLAN-Router aufstellen?

Wer im Homeoffice arbeitet, braucht schnelles Internet. Manchmal reicht es dafür schon, den WLAN-Router besser zu positionieren.

von Franziska Bechtold

Die Frage, wo der WLAN-Router stehen soll, wird häufig mit "dort, wo die Internet-Anschlussbuchse ist" beantwortet. Daneben befindet sich meist eine Steckdose und man muss keine Kabel durch die Wohnung legen - denkt man sich zumindest.

Allerdings bestimmt der Anschluss nicht, ob das auch der geeignete Ort für das Gerät ist. Wie man seinen WLAN-Router platzieren sollte und warum das so ist, erklären wir hier.

Die Signalstärke herausfinden

Zunächst sollte man sich - zumindest kurz - mit seinem Router auseinandersetzen und sich die Daten des Modells anschauen. Interessant ist, welches Frequenzband genutzt wird. Die beiden gängigen Frequenzbänder sind 2,4 und 5 GHz. A1 liefert je nach Standort und gebuchter Verbindung derzeit einen von 4 Routern aus. Das Standard-Modell ist der ADB VV2220, der im 2,4-GHz-Frequenzband funken kann. Alle anderen Router bieten die Möglichkeit, auch die 5-GHz-Frequenz zu nutzen. Magenta liefert die Internet Fiber Box aus, die sowohl mit 2,4 GHz als auch 5 GHz senden kann.

Wird 5 GHz unterstützt, sollte man das auch nutzen, da die Frequenz eine größere Kapazität hat. Einstellen kann man das, indem der Router im Browser aufgerufen wird. Die Adresse und das zugehörige Passwort sind auf dem Router vermerkt.

Netztest und Leistungspegel

Bevor man die ganze Wohnung umräumt, sollte man einen Netztest machen, beispielsweise bei der RTR. So kann man prüfen, dass der Router die erwartete Up- und Downloadgeschwindigkeit leistet. Ist das über einen längeren Zeitraum nicht der Fall, sollte man seinen Provider kontaktieren und gegebenenfalls auf einen neueren Router umsteigen.

FritzApp WLAN misst und analysiert das WLAN-Signal (hier einen Raum entfernt vom Router)

Neben dem Router ist der Signalverlust (-3 dBm) deutlich geringer

Wer sich bei der Platzierung des Routers helfen lassen möchte, kann beispielsweise die Fritz!App (iOS, Android) verwenden. Sie hilft bei der Analyse des Signals, unabhängig davon, welchen Router man besitzt. Sie analysiert das WLAN-Signal und zeigt an, wie sich der Leistungspegel (dBm) je nach Standort verändert. Ein Beispiel: Hält man das Smartphone bei der Messung neben den Router, verliert man höchstens 3 dBm. Geht man einen Raum weiter, sind es schon 53 dBm. Das kann als Richtwert für eine gute Positionierung des Routers herangezogen werden.

Die Wohnsituation

Wenig überraschend ist eine ungestörte Verbindung zwischen Empfänger und Sender ideal. Möchte man also vor allem im Wohnzimmer und am Schreibtisch WLAN nutzen, sollte man dem Router freie Bahn dorthin schaffen. Will man das Signal im ganzen Haus oder der ganzen Wohnung verteilen, sollte eher ein zentraler Ort gefunden werden.

Wohnt man in einem Einfamilienhaus mit Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss, sollte der Router möglichst in dem Geschoss aufgestellt werden, in dem das Internet am häufigsten genutzt wird. Router sind darauf ausgelegt, das Signal horizontal und nach unten zu senden. Wenn man im ganzen Haus Internet haben will, sollte man also das Obergeschoss wählen. Im Keller ist er zwar gut versteckt, die Verbindung ist aber bereits im Erdgeschoss deutlich langsamer.

Zimmerwände und große Räume nutzen

In Wohnungen gilt ein ähnliches Prinzip: Finde den zentralsten Ort. Allerdings sind Wohnungen selten quadratisch geschnitten und die Position des Routers muss taktisch gewählt werden. Hat man beispielsweise ein großes Wohnzimmer, kann das Signal sich hier besser ausbreiten als durch eine Wand. Daher ist es oft sinnvoll, das Gerät im größten Raum zu platzieren.

Der Router sollte an keiner Wand platziert werden, die nach außen zeigt, sondern sie sollte immer eine Zimmerwand sein. Sonst versorgt man hauptsächlich die Straße mit gutem Empfang. Es ist also nicht immer sinnvoll, die Box in die Nähe von Geräten zu stellen, die man häufig nutzt, wenn dadurch mehr Hindernisse zwischen Router und anderen Räumen liegen.

An die Wand, nicht in den Schrank

Ein Router ist nicht dekorativ, deswegen tendiert man dazu, ihn zu verstecken: Im Kasten, hinter dem Sofa, in einer Schublade. Leider ist das aber häufig der Grund, warum das WLAN langsam ist. Im schlimmsten Fall befindet sich der Router in einem Metallschrank, denn dort kommt das Signal besonders schwer durch. Versucht man dann noch 2 Räume weiter - getrennt durch Metall und Wände - darauf zuzugreifen, ist die Verbindung deutlich verlangsamt. 

Der nächste große Fehler ist eine Platzierung auf dem Boden, oder in einem niedrigen Regal. Wie bereits beschrieben, breitet sich das Signal horizontal und nach unten aus, weshalb der Router auf dem Fußboden wenig für die Ausbreitung tut. Insbesondere, wenn man in einer Wohnung wohnt, denn dann könnten die Nachbarn unten eine bessere Verbindung haben als man selbst. Aber auch in einem Haus sollte der Router möglichst weit oben angebracht werden, idealerweise an der Wand. Dort hat das Signal besonders wenige Hindernisse zu überwinden, da keine Möbel, Menschen oder Tiere im Weg sind.

Hat man einen Router mit Antenne, was in einem Haus besonders hilfreich ist, hat man mehr Freiheiten bei der Ortswahl. Die Antennen sollten so ausgerichtet werden, dass das Signal optimal verteilt wird. Sie strahlt zu den Seiten und von ihrer Spitze geradeaus. Daher sollten sie in die Richtung zeigen, in der das Signal gebraucht wird. Hängt der Router im Obergeschoss, sollten die Antennen also nach unten zeigen.

TV, Computer und Wasser bremsen aus

Weitere Hindernisse, die das WLAN-Signal ausbremsen, sind andere Elektrogeräte wie Lautsprecher, Computer, Fernseher, Bluetooth-Geräte, Babyphone, Mikrowellen und Telefone. Elektronische Geräte mit Funkverbindung nutzen in der Regel die 2,4-GHz-Frequenz. Noch ein Grund also, den Router nach Möglichkeit auf die 5-GHz-Frequenz einzustellen, damit sich die Geräte nicht gegenseitig beeinträchtigen. 

Auch Wasser und das WLAN-Signal vertragen sich schlecht. Das betrifft nicht nur ein Aquarium, sondern auch Pflanzen. Besonders große Blätter enthalten viel Wasser, daher sollte man die Box nicht dahinter verstecken. Wer sich gar nicht mit dem Anblick des Routers anfreunden kann, kann ihn auf ein hohes Regal legen. Dort sieht man ihn nicht, das Signal trifft aber trotzdem auf weniger Hindernisse.