Der erste der drei Zerstörer der Zumwalt-Klasse bei einer Testfahrt im Dezember 2015

© APA/AFP/US NAVY/DENNIS GRIGGS

Navy
02/15/2016

Zumwalt-Klasse mit Railgun könnte 2018 in See stechen

Die US Navy denkt darüber nach, Tests auf hoher See für die Railgun zu überspringen. Sie könnte in einen neuen Stealth-Zerstörer der Zumwalt-Klasse eingebaut werden.

von Gregor Gruber

Die US Navy will 2016 erstmals eine Railgun auf hoher See testen. Derzeit sieht es aber so aus, als würden die Tests auf 2017 verschoben werden. Admiral Pete Fanta, Direktor für Landkriegsführung bei der US Navy, hat deshalb vorgeschlagen, die Tests zu überspringen und in einen Zumwalt-Zerstörer zu installieren, der 2018 fertig gestellt werden soll.

Während Laserwaffen bei den US-Streitkräften derzeit hauptsächlich als Abwehrmaßnahmen gegen Raketen, Drohnen und andere Flugkörper entwickelt werden, ist die Railgun als Offensiv-Waffe konzipiert. Dabei wird ein Projektil mittels elektrischer Energie auf bis zu siebenfache Schallgeschwindigkeit beschleunigt. Der Aufschlag erzeugt eine gewaltige Menge an kinetischer Energie, die das Ziel zerstört.

Ein Vorteil der Railgun ist, dass kein Pulver zum Beschleunigen des Projektils nötig ist. Das spart Transportplatz auf der Waffenplattform und senkt die Kosten pro Schuss. Der Nachteil: Nicht jede Plattform kann genügend Energie erzeugen, um eine Railgun zu betrieben.

Zumwalt-Klasse

Am ehesten bieten sich hierfür Schiffe an, die ohnehin große Generatoren an Bord haben, wie etwa die Zumwalt-Klasse. Dies sind die neuesten Zerstörer der US Navy. Die Zumwalt-Klasse hat zwei Gasturbinen und zwei Hilfsturbinen und kann so insgesamt 78 Megawatt Leistung erzeugen. Die Hauptturbinen ähneln stark den Turbinen einer Boeing 777.

Die Zumwalt-Klasse nutzt Konzepte der Tarnkappentechnik von Flugzeugen, um den Radarquerschnitt zu senken und die Strahlungssignatur zu reduzieren. Dies sorgt zudem für das futuristische Aussehen der Zerstörer. Die Bewaffnung der Zumwalt-Klasse mit Marschflugkörpern und zwei 155mm-Kanonen ist hauptsächlich darauf ausgelegt, Ziele an Land zu bekämpfen.

Testphase überspringen

Ursprünglich sollten 32 Zumwalt-Zerstörer gebaut werden. Aufgrund der hohen Kosten von 4,4 Milliarden US-Dollar pro Stück, sind es mittlerweile nur noch drei. Der letzte der drei Zerstörer, die USS Johnson, soll 2018 in See stechen.

Fanta verfolgt nun das Ziel, die USS Johnson mit einer Railgun zu bestücken. Die Railgun könnte einen der zwei 155mm-Geschütztürme ersetzen. Sollten die geplanten Tests der Railgun von 2016 tatsächlich auf 2017 verschoben werden, schlägt Fanta vor, den Test gleich zu streichen.

Seiner Meinung nach verlangsamt der Test nur die Entwicklungsphase. Fanta würde es bevorzugen, wenn die Entwickler sich auf die Perfektionierung des Systems und der Optimierung auf den Einsatz in der Zumwalt-Klasse fokussieren. Für den Test müssten die Techniker sonst Monate damit zubringen, den Prototypen für den Einsatz auf einem Schiff anzupassen, das mit der Railgun nur ein paar Probeschüsse abfeuert und danach wieder ins Dock fährt, damit die Railgun abmontiert wird.

Laut dem Kommando der Navy ist der Railgun-Test im Meer nach wie vor für 2016 vorgesehen, auch wenn andere Quellen berichten, dass die Tests wahrscheinlich auf Mitte 2017 verschoben werden. Zumindest wurde bestätigt, dass es eine laufende Diskussion darüber gibt, wann und ob der Test stattfindet.