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26.08.2016

Dead Rising 4 angespielt: Neues vom Zombie-Jäger

Frank West is back: Der exzentrische Fotojournalist begibt sich wieder auf Zombiejagd und ist dabei so absurd wie eh und je.

Why so serious? Das Zombie-Genre hat in den vergangenen Jahren ein wahres Revival erlebt. Sei es nun im Kino (World War Z), Fernsehen (The Walking Dead) oder bei Videospielen (DayZ), die Untoten sind wieder gefragt. Doch dabei ist auch eines auffällig: Lustig findet man die wiederauferstandenen Toten offenbar nicht. Meist wird eine bitterernste Handlung erzählt, in der die Protagonisten über ihren Überlebenskampf kaum lachen können.

Da ist es umso erfrischender, dass mit Dead Rising 4 eine der kuriosesten und zugleich unterhaltsamsten Zombie-Shooter seine Rückkehr feiert. Frank West, der Fotojournalist und Hobby-Zombie-Killer aus dem ersten Dead Rising, gibt dabei sein Debüt auf den Next-Gen-Konsolen - im Vorgänger musste noch der Mechaniker Nick Ramos um sein Überleben kämpfen, mitsamt Motorrad-Dampfwalze.

Übermächtiges Exo-Skelett

Im neuen Dead Rising sind die Waffen um keinen Deut weniger schräg. Sei es eine Armbrust mit Zuckerstangen, ein Kart mit Elektrowaffen oder einen explosiven Vorschlaghammer - alles wird eine Waffe in den Händen von Frank West. Als geradezu übermächtig erweist sich das neue Exo-Skelett, das Frank übermenschliche Kräfte verleiht und so mit einem Schlag mehrere Gegner ausschaltet. Nur mit dem Exo-Skelett kann er auch besonders schwere Waffen, beispielsweise die Minigun, einen Flammenwerfer oder eine komplette Ampel, einsetzen.

Zudem lässt sich der Anzug mithilfe bestimmter Upgrades auch um schräge Elementar-Attacken erweitern, wie zum Beispiel das Einfrieren von Gegnern. In der gezeigten Demo-Version war das allerdings noch nicht möglich. Elementar-Attacken standen nur mit besonderen Waffen, beispielsweise einem Flammen- bzw- Eisschwert, zur Verfügung. Um das Exo-Skelett nicht allzu übermächtig zu gestalten, ist dieses mit einem „Ablaufdatum“ versehen. Danach muss es neu angelegt werden, was nur an bestimmten Stellen möglich ist.

Hommage an „Dead Rising“

Frank verfügt nun auch über eindrucksvoll inszenierte Nahkampf-Attacken, die auf Knopfdruck einen bestimmten Gegner ausschalten. In der Demo stand nur ein Angriff, bei dem Frank dem Zombie sein Knie in das Gericht rammte, zur Verfügung. In anderen Gameplay-Aufnahmen ist aber auch eine „Selfie-Attacke“ zu sehen, bei der sich Frank mit dem Zombie vorher fotografiert und anschließend das Genick abreißt. Ohnedies sind Selfies nun überall möglich, beispielsweise vor Zombie-Massen. Diese können auch über Facebook und Co rasch geteilt werden.

Die Handlung erinnert an das erste „Dead Rising“, auch wenn nur wenige Details bekannt sind. Frank wird von einer bislang unbekannten Frau zum Minigolf eingeladen. Doch statt beim Minigolfplatz landet er an jenem Ort, an dem er zuletzt vor 16 Jahren war: Das aus dem ersten "Dead Rising" bekannte Einkaufszentrum in der fiktiven US-Stadt Willamette. Doch statt im Einkaufszentrum um sein Überleben zu kämpfen, darf er sich nun in der gesamten Stadt umsehen. Laut Capcom ist das gesamte Gelände von Beginn an erkundbar, lediglich einige missionskritische Gebiete bleiben vorerst versperrt - Open Sandbox statt Open World.

Kein Zeitdruck

Von der Handlung gab es in der knapp zehn Minuten langen Demo aber wenig zu sehen, stattdessen stand der Kampf im Vordergrund. Dabei fiel auf, dass Frank deutlich seltener die Konfrontation sucht als im Original bzw. seine Vorgänger. So ist es nun auch möglich, Zombies gezielt zu umschleichen oder diese in aller Ruhe von hinten auszuschalten - nicht dass es des Öfteren notwendig wäre, aber es ist nett, dass es dennoch möglich ist. Die Entwickler versprechen, dass in jeder Mission zumindest eine "Ninja-Route" zur Verfügung stehen soll.

Eine weitere große Veränderung: „Dead Rising 4“ verzichtet auf ein Zeitlimit, die Missionen können in aller Ruhe abgeschlossen werden. Laut den Entwicklern soll das den Druck vom Spieler nehmen. Wie sich das auf das Spiel auswirken wird, ist unklar. In der Demo wurde bewusst noch auf ein Zeitlimit gesetzt, um jedem Journalisten gleich viel Spielzeit zu gewähren. Auch das System für Gliedmaßen wurde überarbeitet. Werden beispielsweise Arme oder Beine abgetrennt, kämpfen die Zombies dennoch weiter - ähnlich wie der Schwarze Ritter bei Monty Pythons "Die Ritter der Kokosnuss".

Angebot an Neulinge

Mit „Dead Rising 4“ liefert Capcom eine solide Neuauflage des Originals ab, der durch eine große, offene Spielwelt, eine gewaltige Waffenvielfalt und weniger Zeitdruck wohl auch Neueinsteiger locken will. Ob das gelingen wird, werden wir am 6. Dezember sehen. Dann soll „Dead Rising 4“ für Xbox One und Windows erscheinen. Der Titel bleibt vorerst ein Jahr exklusiv für die Microsoft-Plattformen verfügbar, anschließend dürfte wohl auch die PlayStation-4-Version erscheinen.

Disclaimer: Die Pressereise zur Gamescom wird vom Österreichischen Verband für Unterhaltungssoftware (ÖVUS) bezahlt.