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Games
06/10/2014

E3: Ubisoft stellt Rainbow Six Siege und Far Cry 4 vor

Während bei Microsoft und EA die Stimmung eher unaufgeregt war, setzte sich Ubisoft mit Titeln wie Far Cry, Assassins Creed und Rainbow Six in Szene.

Hat man die Pressekonferenzen von Microsoft und EA gesehen, könnte man glauben Ubisoft ist der Einzige dieses Gaming-Trios, der Geld verdient. Das Unternehmen strahlte in der Pressekonferenz vor Selbstvertrauen und schaffte es die einstündige Frontalpräsentation kurzweilig wirken zu lassen. Das begann bereits mit einem Kurzfilm mit den Raving Rabbits, um die Stimmung aufzulockern. Ein neues Game mit den verrückten Hasen wurde allerdings nicht gezeigt.

Es ging locker und entspannt weiter. Die Moderatorin und US-Schauspielerin Aisha Tyler führte gekonnt von einem Trailer zum nächsten und las nicht nur vom Teleprompter ab, sondern improvisierte auch den ein oder anderen Witz. Die positive Energie wirkte sich auf die Auftritte der Ubisoft-Mitarbeiter aus, die deutlich lockerer und entspannter als ihre Kollegen von Microsoft, Sony und EA ihre Spiele vorstellten. Die Zuversicht und „wir sind gut und wissen es“-Attitude ist auch verdient, da Ubisoft in seinem Line-up mehrere potenzielle Hits hat.

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Far Cry 4

Der ungeschnittene Gameplay-Trailer zeigte den beklemmenden Beginn des Spiels und stellte den Bösewicht und seine Beziehung zur Spielfigur vor (auch ein Selfie mit dem Smartphone wurde gemacht). Eine Gameplay-Demonstration gab es zwar nicht hier, diese war aber bei der am Abend folgenden Sony-Präsentation zu sehen.

Dort wurde eine lineare Nebenmission in den Bergen gezeigt. Mit einem Enterhaken schwang sich der Spieler über eine Felsspalte und kletterte einen Vorsprung hinauf. Noch unentdeckt wurde C4 auf ein Benzinfass geklebt und das Fass auf einen Geländewagen getreten, der effektvoll explodierte. Es folgte eine Verfolgungsjagd im Tuk Tuk. Der Spieler schoss aus dem fahrenden Fahrzeug und sprang in voller Fahrt auf den Lkw, um in einer Zwischensequenz in Spielegrafik den Fahrer und Beifahrer auszuschalten.

Es folgte ein Segelflug mit der Wingsuit durch Felsschluchten. Am Ziel angekommen betrat ein zweiter menschlicher Spieler die Partie. Das Besondere: Auf der PS3 und PS4 muss der eingeladene Freund nicht das Spiel besitzen, um mitspielen zu können. Das ist ein gelungener Marketing-Streich: Ubisoft wirkt generös und gleichzeitig werden Spieler in Kontakt mit Far Cry 4 gebracht, um auf den Geschmack zu kommen und es später möglicherweise zu kaufen.

Im letzten Teil der Mission wurde einen Basis mit reichlich Feuerkraft erobert. Neben einem Maschinengewehr war auch die neue leise Waffe im Arsenal des Spielers zu sehen: Eine Doppel-Armbrust, die wohl den Bogen von Far Cry 3 ersetzt. Auch das Werfen von Messern ist möglich.

Eindrucksvoller waren jedoch die Elefanten. Hetzt man diese auf die Feinde, trampeln sie die zu Tode, spießen sie mit den Stoßzähnen auf oder schleudern sie meterweit weg. Sehr übertrieben war das Ende der Mission: Der Elefant rammte einen heranrasenden Geländewagen, der in einer gewaltigen Explosion aufging. Der Elefant kam dabei nicht zu Schaden.

Far Cry 4 erscheint am 18. November für PS4, PS3, Xbox One, Xbox360 und PC.

Rainbow Six Siege

Nach etlichen Jahren erscheint endlich ein neuer Vertreter des Taktik-Shooters. Ob Fans der Reihe damit zufrieden sein werden, ist fraglich. Bei dem Titel handelt es sich nicht um das mehrmals umkonzeptionierte Rainbow Six Patriots (dieses war nicht zu sehen), sondern vermutlich um einen reinen Multiplayer-Shooter.

Die Spieler sind in die Spezialeinheit und die Verbrecher aufgeteilt. Die Verbrecher verschanzen sich in einem Gebäude und können zu Beginn des Spiels Türen verbarrikadieren, Fallen aufstellen und die Geisel neu positionieren. Die Spezialeinheit kann in der Zwischenzeit mit einer Mini-Drohne das Gebiet aufklären, die klein genug ist um unter Türspalten hindurchzufahren. Außerdem wird einer von mehreren Eintrittspunkten ins Gebäude gewählt.

Im Gameplay-Trailer wurde ein 5 vs 5 gezeigt. Die Spezialeinheit hat sich vom Dach abgeseilt und ist durch die Fenster in das Familienhaus eingedrungen. Ein Spieler der Spezialeinheit hat eine Scharfschützenposition außerhalb bezogen. Die Wände und Türen sind durch Kugeln zerstörbar, was in dem Trailer exzessiv gezeigt wurde. So kann man sich zu keiner Zeit komplett sicher fühlen, was die Spannung erhöhen soll. Im Trailer wurde dies verdeutlicht, in dem ein Loch in den Boden gesprengt wurde, um in den Raum darunter zu kommen.

Da es keine echte Deckung gibt, sind Schilder ein wichtiger Bestandteil des Gameplays. Die Spezialeinheit kann mit Schildern starten, die Verbrecher können welche mit Gegenständen aus der Umgebung improvisieren. Im Trailer lud sich die Lebensenergie langsam wieder auf, gefallene Kameraden konnten wiederbelebt werden. Einen Respawn gibt es nicht. Auch die Geisel kann wiederbelebt werden, sollte diese ins Kreuzfeuer geraten.

Das Spiel soll 2015 für PS4, Xbox One und PC erscheinen. Möglicherweise wird es ein reines Download-Spiel werden, wie etwa der Titel Payday. In diesem Fall ist davon auszugehen, dass mit Micro-Payments neue Waffen, Ausrüstung und Levels dazugekauft werden können.

Assassins Creed Unity

Der Gameplay-Trailer von Assassins Creed Unity war der grafisch eindrucksvollste Titel. Die Animationen und detaillierten Texturen sehen so aus, wie man es sich von einem Next-Gen-Titel wünscht. Dass das tatsächliche Spiel, das am 28. Oktober für PS4, Xbox One und PC erscheinen wird, so eindrucksvoll aussieht, ist unwahrscheinlich. Hier wurde eine grafisch aufgeblasene PC-Variante gezeigt.

Realistisch ist aber die hohe Anzahl der Bürger im revoltierendem Paris. Der Xbox One Launchtitel Dead Rising 3 hat bereits gezeigt, dass es möglich ist auf Next-Gen-Konsolen massig Charaktere darzustellen. Unity könnte hier noch eines drauf legen.

Neu bei Unity ist, dass einzelne Missionen kooperativ gespielt werden können. Läuft man durch die Stadt wird bei den Startpunkten der Missionen angezeigt, wie viele Spieler daran teilnehmen können. Maximal können vier Spieler kooperativ spielen. Ob dies nur online möglich ist oder ob es auch einen Splitscreen-Modus gibt, ist unbekannt. Ebenfalls unklar ist, ob Story-relevante Missionen kooperativ gespielt werden können oder ob dies wie bei Far Cry 4 nur bei ausgewählten Nebenmissionen möglich ist.

Schummeln für die gute Stimmung

Zum Rennspiel The Crew und zum Shooter The Division wurden nur schön geschnittene Atmo-Trailer gezeigt. Das war auch gut so, da nach Titeln die Far Cry 4 und Unity wären Gameplay-Trailer der beiden Games wohl abgestunken.

Das Open-World-Rennspiel The Crew könnte zwar gut werden, es sieht aber einfach nicht so Next-Gen wie anderen Games aus. Auch The Division, das im Vorjahr grafisch unglaublich gut aussah, ist mittlerweile auf einem realistischem Niveau angelangt. Dies merkte man anhand des Gameplay-Trailers auf der Microsoft-PK, in dem das Spiel grafisch weniger opulent aussah als bei der Weltpremiere im Vorjahr.

The Crew erscheint am 11. November für Xbox One, PS4 und PC.

Shape Up

Mit Shape Up wurde ein neues Fitness-Spiel für die Xbox One gezeigt. Dabei soll man durch Mini-Games motiviert werden Sport zu machen. Kinect fügt das Live-Bild des Spielers ins Game ein. Demonstriert wurde dies mit einem Mini-Game, das eine Art Guitar Hero mit Hüpfen ist. Der Spieler muss im richtigen Moment auf die farbigen Flächen hüpfen, die am Bildschirm eingeblendet werden. Bei einem weiteren Mini-Game traten zwei Spieler im Liegestütz-Wettbewerb gegeneinander an.

Die Idee das Training spaßiger zu machen ist zwar gut, allerdings ist es fraglich, ob es eine gute Idee ist Fitness-unerfahrene Spieler trainieren zu lassen, ohne ihnen zuvor die korrekte Ausführung der Übungen zu zeigen.

Just Dance mit dem Smartphone

Neben Just Dance 2015 für Konsolen wurde Just Dance Now für Smartphones angekündigt. Die App ist gratis, weitere Tanz-Songs müssen gekauft werden. Zum Spielen ist ein zweiter Bildschirm, wie ein Flat-TV oder Tablet nötig. Über die App wird das Smartphone mit dem Display und dieses mit der Website Justdancenow.com verbunden. Deshalb ist zum Spielen eine Internetverbindung am Smartphone nötig, entweder über 3G/4G oder WLAN.

Jetzt gilt es die am Bildschirm gezeigten Tanzbewegungen möglichst genau nachzutanzen. Das Smartphone in der Hand erkennt durch die Bewegungs- und Beschleunigungssensoren die Tanzbewegungen, ähnlich wie es bei der Wii-Version die Wiimote und bei der PS3-Version der PS-Move-Controller macht.

Ubisoft betont, dass bei Just Dance Now theoretisch tausende Spieler gleichzeitig zusammen tanzen könnten, solange sie ein Smartphone und die App haben. Just Dance 2015 wird am 23. Oktober erscheinen, ein Starttermin von Just Dance Now wurde noch nicht genannt.