Games 21.10.2014

Mit Elektroschocks gegen die eigenen Muskeln spielen

Die eigenen Muskeln werden per Elektroden zum schärfsten Gegner des Spielers. Diese neue Technologie präsentieren Forscher des Hasso Plattner-Instituts am Freitag in Wien.

Force Feedback ist bereits seit fast zwei Jahrzehnten ein Standard in der Videospielbranche. Dank Nintendos Rumble Pak, Sonys DualShock-Controllern oder zahlreichen Force Feedback-Joysticks hat die Technologie rasend schnell Verbreitung gefunden und ist vor allem aus modernen Spielkonsolen kaum wegzudenken.

Force Feedback über Elektroschocks
© Bild: Hasso Plattner-Institut/Lopes, Baudisch
Doch Forschern des Hasso Plattner-Instituts an der Uni Potsdam gingen die "Schüttel-Motoren" nicht weit genug. Statt schwerer Elektro-Motorensetzen die Forscher auf Elektroden, die die Muskeln des Unterarmes stimulieren und so auch am Smartphone "echten" Widerstand erzeugen sollen.

Stromstöße statt Vibrationen

Für Pedro Lopes, einem der Entwickler des Projekts, ist derartiges "Fühlen von Kräften" der beste Weg, um Force Feedback in mobile Geräte zu integrieren. Die Hardware lässt sich in einen kleinen Kasten verbauen, der ähnlich groß wie das Smartphone selbst ist. Der Benutzer muss lediglich die beiden Elektroden am Unterarm befestigen und ein kompatibles Spiel starten. So muss der Spieler beispielsweise ein Flugzeug durch Kippen steuern.

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Plötzlich auftauchende Windstöße bringen den Spieler aus der Balance, indem die Elektroden die Armmuskeln des Spielers verkrampfen lassen und er dem Widerstand mit dem anderen Arm entgegenwirken muss. Die Stärke der Stromstöße sei medizinisch vollkommen unbedenklich und schmerzfrei. In einem Versuch mit zehn Personen bevorzugten die meisten dennoch herkömmliches Force Feedback gegenüber der Stromstoß-Variante.

Force Feedback über Elektroschocks
© Bild: Hasso Plattner-Institut/Lopes, Baudisch

Selbst ausprobieren

Wer Lust hat, die Technologie einmal am eigenen Körper auszuprobieren, hat dazu diesen Freitag Gelegenheit. Im Rahmen der Subotron arcademy präsentiert Lopes sein Projekt und wie es künftig in Geräten verbaut werden könnte. Nach dem Vortrag können Interessierte auch das "Muskel-angetriebene Interface" ausprobieren. Die Veranstaltung findet am Freitag, den 24. Oktober, um 19 Uhr im Raum D (quartier 21) des Wiener Museumsquartiers statt. Der Eintritt ist frei.

( futurezone ) Erstellt am 21.10.2014