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Test Nintendo Switch: Super unterwegs, unbrauchbar am TV.

Nintendo Switch
Nintendo Switch - Foto: Gregor Gruber
Die Nintendo Switch will Handheld- und Heimkino-Konsole gleichzeitig sein. Unterwegs spielt sie ihre Stärken aus, am Flat-TV ist Schluss mit lustig.

Während Microsoft und Sony ihren Konsolen-Konzepten seit Jahren weitestgehend treu bleiben, tanzt Nintendo regelmäßig aus der Reihe. Mit dem DS brachte Nintendo einen Handheld mit zwei Bildschirmen, der 3DS setzt auf 3D ohne Brille. Die Wii erzeugte einen Hype um Bewegungssteuerung, die Wii U nutzt einen Controller mit Zweit-Display, auf dem die Games auch abseits des TVs gespielt werden können - solange man nicht das Zimmer verlässt.

Die Switch ist die neueste Kreation von Nintendo und der Versuch, Handheld- und Heimkino-Konsole zu vereinen. Eine alte Weisheit besagt: Wenn etwas alles kann, kann es davon nichts richtig gut. Ob das auch bei der Switch zutrifft, lest ihr in diesem Test.

Disclaimer: Für den Test wurde von Nintendo die Switch (329 Euro) und die Spiele Just Dance 2017 (60 Euro) und Legend of Zelda: Breath of the Wild (65 Euro) zur Verfügung gestellt. Der Launch-Titel 1-2-Switch (50 Euro) und der Pro Controller (70 Euro) wurden leider nicht für den Test bereitgestellt. Die Online-Funktionen waren im Test-Zeitraum noch nicht freigeschaltet.

Was ist die Switch?

Bevor es tief in den Test geht, hier eine Kurzerklärung, was die Switch überhaupt ist. Die Switch ist ein Tablet mit ansteckbaren Controller-Einheiten. Die Controller-Einheiten werden Joy-Cons genannt.

Die Joy-Cons sind im Handheld-Modus links und rechts an der Switch angesteckt. Die Joy-Cons können abgenommen und als kabellose Controller genutzt werden, die per Bluetooth mit der Switch verbunden sind.

Die Switch kann in ein Dock gesteckt werden. Das Dock ist per HDMI mit dem Flat-TV verbunden. So können die Switch-Spiele im Großformat am TV gespielt werden.

Die Switch nutzt proprietäre Spiele-Module. 3DS-Module können nicht angesteckt werden. Spiele können auch direkt auf der Switch in Nintendos eShop gekauft und heruntergeladen werden.

Kein Kinderkram

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Foto: Gregor Gruber
Die Nintendo Switch ist in zwei Farbvarianten verfügbar. Bei der grauen Version sind die Joy-Cons im selben Grau wie die Switch gehalten. Bei der bunten Version ist der linke Joy-Con Blau und der rechte Neon-Rot. Aber selbst in dieser farbigen Variante ist klar: Das Zielpublikum der Switch hat keine kleinen Kinderhände.

Mit den angesteckten Joy-Cons wiegt die Switch 398 Gramm, ohne 297 Gramm. Das ist nicht gerade leicht für ein Gerät mit 6,2-Zoll-Display. Zum Vergleich: Das iPad Air Mini 4 hat ein 7,9-Zoll-Display und wiegt 299 Gramm.

Mit 239 mm ist die Switch ziemlich lang – was für mich ein Vorteil ist. Wer sich als Erwachsener schon mal für länger als eine halbe Stunde hinter einen 3DS oder 3DS XL gezwängt hat, weiß, wie unkomfortabel ein zu kurzes Gerät sein kann.

Weniger Fingerkrämpfe

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Foto: Gregor Gruber
Das Tastenlayout der Joy-Cons ist eine Mischung aus Wii U und 3DS XL. Für mich ist es das erste Mal, dass bei einem Nintendo- oder Sony-Handheld die Tasten weit genug auseinander sind, dass ich nicht bereits nach 30 Minuten das Gefühl habe Krämpfe in den Fingern zu kriegen.

Die Analog-Sticks haben eine angenehme Höhe und einen guten Widerstand, sind aber etwas schwer zu klicken. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt. Etwas ungewohnt ist, dass der linke Joy-Con kein traditionelles Steuerkreuz hat, sondern einzelne Tasten.

Kleine Schultertasten

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Foto: Gregor Gruber
Perfekt ist die Steuerung der Switch im Handheld-Modus nicht. Die zwei Schultertasten der Joy-Cons sind sehr dicht zusammen und haben wenig fühlbaren Abstand zueinander. In der Hitze des Gefechts kann man da schon mal die Falsche erwischen.

Bei den Joy-Cons sind die Analog-Sticks vertikal auf einer Linie mit den Aktionstasten, anstatt leicht versetzt, wie es bei aktuellen Spiele-Controllern üblich ist. Beim linken Joy-Con ist das nicht störend, beim Rechten schon, da der Abstand zwischen manchen Tasten und Analog-Stick zu groß ist. Bei Zelda fällt das etwa auf, wenn man im Kampf schnell vom Analog-Stick zur X-Taste umgreifen muss.

Bewegen und rütteln

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Foto: Gregor Gruber
Beide Joy-Cons haben Lage- und Beschleunigungssensoren für Bewegungssteuerung. Bei Zelda ist diese sehr gut umgesetzt. Durch Kippen und Schwenken der Switch wird präzise mit dem Bogen gezielt. Einige PS3-Games hatten das damals mit dem PS3-Controller auch probiert, allerdings hat es damit nie so gut geklappt wie jetzt mit der Switch.

Beide Joy-Cons haben mehrere Motoren eingebaut, die laut Nintendo besonders authentische Vibrationseffekte erzeugen sollen. Von den von Nintendo so gelobten Vibrationsfunktionen der Joy-Cons merkt man bei Zelda nicht viel. Es kann zwar schon mal relativ stark rütteln, aber während des Gamings fällt dies weder positiv noch negativ auf.

Die Vibrationseffekte werden vermutlich erst mit dem Launchtitel 1-2-Switch ausreichend getestet werden können. Diese Minigame-Sammlung soll, wie damals Wii Sports beim Start der Nintendo-Konsole Wii, die Vorzüge der Switch und ihrer Joy-Cons vermitteln.

Schlechter Ständer

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Foto: Gregor Gruber
Aufgrund des hohen Gewichts der Switch spielt es sich am besten, wenn die Arme oder Hände beim Sitzen aufgestützt sind. So waren für mich auch zwei Stunden durchgehendes Spielen kein Problem.

Bequemer ist es, wenn der eingebaute Standfuß der Switch verwendet wird – theoretisch. Dieser wird an der Rückseite ausgeklappt. Der Standfuß ist dünn, wirkt wackelig und ist nicht verstellbar.

Der Winkel ist sehr steil, weshalb man von schräg oben statt frontal aufs Display blickt. Menschen mit einer Körpergröße von 1,60 Metern oder weniger haben dieses Problem möglicherweise nicht. Für größere Menschen ist der Winkel für das Tischchen der Economy-Klasse im Flugzeug zu steil, ebenso wie für den Schreibtisch. Beim Schreibtisch könnte man zwar mit dem Sessel nach hinten rutschen, allerdings erkennt man dann nichts mehr aus dem Display.

Joy-Cons abnehmen

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Foto: Gregor Gruber
Steht die Switch am Standfuß, sollte man die Joy-Cons abnehmen, um weiterzuspielen. Dazu drückt man den Knopf an der Rückseite und zieht sie ab. Das Spielen mit einer Joy-Con in jeder Hand funktioniert zwar, ist aber eher unbequem. Für kurze Spielesession ist es ok, für längeres Gaming sollte die Controller-Halterung verwendet werden.

Die Controller-Halterung ist im Lieferumfang der Switch enthalten. Die Halterung enthält keine Elektronik, sondern ist ein leeres Plastikteil. Dadurch ist die Halterung leicht genug, dass man sie miteinpackt, wenn eine Reise mit der Switch bevorsteht.

Schiebt man die Joy-Cons in die Halterung, erhält man so einen Controller. Obwohl er sich aufgrund des Plastiks grauenvoll billig anfühlt, hält sich der Controller einigermaßen angenehm. Ergonomisch kann er zwar nicht mit den PS4- und Xbox-One-Controllern mithalten, aber besser mit diesem Gratis-Zubehör steuern, als nur mit einer Joy-Con in jeder Hand.

Bonus-Controller mit Schlaufe

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Foto: Gregor Gruber
Die Joy-Cons können nicht nur zusammen, sondern auch als jeweils eigenständige Controller genutzt werden. Bei Just Dance 2017 fungiert die Joy-Con dank der Lage- und Beschleunigungssensoren wie eine Wiimote und erlaubt so Bewegungssteuerung.

Hält man die Joy-Con horizontal, hat man einen vollwertigen Mini-Controller mit Analog-Stick, fünf Aktionstasten und zwei Schultertasten. Das ist für Erwachsenenhände sehr unkomfortabel zu halten. Im Lieferumfang der Switch sind Aufstecker enthalten, die die Joy-Cons um eine Armschlaufe und größere Schultertasten erweitern. Die Joy-Con als Standalone-Controller ist zwar damit immer noch kurz und gedrungen, hält sich aber etwas besser.

Insgesamt halte ich das Konzept für eine geniale Idee von Nintendo. So kann man auf einem Handheld zu zweit spielen, ohne, dass zusätzliche Controller, Handhelds, Link-Kabel oder ähnliches nötig sind.

Wie gut dieses Konzept in der Praxis funktioniert, wird sich erst zeigen, wenn Spiele wie 1-2-Switch und Mario Kart verfügbar sind. Bei Just Dance 2017 geht die Idee jedenfalls nicht ganz auf. Da man bei dem Spiel tanzen muss, muss etwas Abstand zur Switch um zum zweiten Spieler gehalten werden. Dann ist man aber so weit weg, dass es schwer fällt, die kleinen Tanzanleitungen rechts unten am Display zu erkennen. Bei Mario Kart sollte es dieses Problem nicht geben, da man hier ohne Sicherheitsabstand vor der Switch sitzen kann.

Konsolen-Modus

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Foto: Gregor Gruber
Die Switch kann nicht nur unterwegs als Handheld, sondern auch zuhause als Heimkino-Konsole genutzt werden. Das dazu benötigte Dock und HDMI-Kabel sind im Lieferumfang enthalten. Die Stromversorgung geschieht durch das Netzteil, das auch direkt an die Switch zum Aufladen angesteckt werden kann. Das Kabel des Netzteils ist etwas kurz ausgefallen. Das schränkt die Möglichkeiten, das Switch-Dock in der Wohnzimmer-Landschaft zu platzieren, ein.

Die Switch wird von oben ins Dock gelegt. Es gibt keinen Einrastmechanismus, die Switch wird nur von der Schwerkraft im Dock gehalten. Das mutet zwar wackelig an, im Test kam es aber zu keinen Verbindungsausfällen – zumindest nicht zwischen Switch und Dock.

Schlechte Verbindung

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Foto: Gregor Gruber
Obwohl nur gemessene drei Meter Luftlinie zwischen Joy-Cons und Switch im Dock waren, kam es im Test regelmäßig zu Verbindungsausfällen und einer nicht reagierenden Steuerung. Das Problem könnte gelöst werden, wenn ein ausreichend langes HDMI-Kabel und ein Stromverlängerungskabel vorhanden sind und man sich nicht scheut diese Kabel quer durchs Wohnzimmer zu legen, damit die Switch näher beim Sofa steht.

Allerdings ist es ein Problem, dass es gar nicht geben sollte. Wenn Nintendo die Switch als All-In-One-Konsole bewirbt, dann sollte auch sichergestellt sein, dass man die Konsole unter normalen Umständen bedienen kann.

Möglicherweise hat der Standalone Switch Pro Controller diese Verbindungsprobleme nicht – aber da Nintendo diesen nicht zum Testen geschickt hat, muss ich mich im Wohnzimmer auf den Boden vor das Switch-Dock hocken, um Zelda am TV zu spielen. Da mein Boden zwar sauber, aber nicht sonderlich bequem ist, ist das keine Option für mich. Die Switch ist damit für mich als Heimkonsole (zumindest ohne den Pro Controller) nicht nutzbar.

720p-Display

Ich hatte meine Bedenken, als Nintendo die Switch mit der Display-Auflösung 720p ankündigte. Ich bin erleichtert, dass die Qualität des 6,2 Zoll großen Touchscreens angemessen ist. Bei Zelda habe ich die niedrige Auflösung nicht als störend empfunden, da das Game gut auf die Hardware abgestimmt ist.

Im Gegenteil: Zelda sieht hübsch aus, wenn auch nicht High-End. Aber das erwartet man von einem Handheld auch nicht. Die Qualität des 3DS und Wii-U-Controllers wird jedenfalls locker geschlagen. Pixelige Kanten bemerkt man nur selten. Die beschränkte Grafikleistung der Switch fällt hauptsächlich durch geringe Details und Texturen in der Distanz auf.

Störend ist, dass das Display relativ stark spiegelt. Die maximale Helligkeit kommt dagegen nicht an. Die Farbsättigung des Bildschirms hätte auch ruhig etwas kräftiger ausfallen können – ein AMOLED-Display hätte der Switch gut getan. Bei Zelda sind auch einige Schriften eher klein ausgefallen. Für mich waren sie noch lesbar, aber für Personen mit Sehschwächen könnte das mühsam werden.

Mäßige Grafik

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Foto: Gregor Gruber
Nach der positiven Überraschung über die Grafikqualität der Switch als Handheld, folgt die Ernüchterung am Flat-TV. Zelda sieht einfach nicht gut aus. Zwar kann die Switch per Dock das Signal mit 1080p wiedergeben, aber weder auf einem aktuellen FullHD noch UHD-TV sah es zeitgemäß aus.

Die Grafik ist besser als bei der Wii U, nur sind wir eben nicht mehr im Zeitalter der Wii U, sondern PS4 (Pro) und Xbox One. Am Flat-TV fällt jede pixelige Kante in Zelda auf, und davon gibt es reichlich. Die verwaschenen Texturen, Unschärfen, das Flackern bei Mustern… hat man vorher ein aktuelles PS4- oder Xbox-One-Game gespielt, fragt man sich, wieso man im Jahr 2017 330 Euro für die Switch ausgegeben hat.

Natürlich lässt sich argumentieren, dass die Grafikleistung für Mario Kart, Smash Brothers und andere Nintendo-Games reichen wird. Aber wenn es um den Einsatz als klassische Heimkonsole geht, ist die Switch nicht konkurrenzfähig zur drei Jahre alten (und günstigeren) PS4 und Xbox One.

Konsolen-Modus nur ein Gimmick

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Foto: Gregor Gruber
Für mich ist der Konsolen-Modus der Switch deshalb nur ein Gimmick – ein Bonus-Feature. So wie damals der Super Game Boy, mit dem Game-Boy-Spiele per SNES-Einsteckmodul am TV gespielt werden konnten, wird das Handheld-Game auf Fernsehergröße aufgeblasen.

Immerhin geht der Wechsel zwischen Handheld- und Konsolenmodus schnell. Steckt man die Switch ins Dock, dauert es etwa vier Sekunden, bis am Flat-TV gespielt werden kann. Zieht man die Switch aus dem Dock, dauert es nur eine Sekunde, bis auf dem Handheld weitergespielt werden kann.

Die meisten User werden die Switch ohnehin hauptsächlich als Handheld nutzen. Das Szenario wird wohl sein: Mit der Switch unterwegs sein, nachhause kommen, im Dock abstellen zum Aufladen. Am Abend vielleicht noch eine Runde am Handheld zocken, während die/der PartnerIn Topmodel/Fußball/Dschungelcamp schaut. Wieder ins Dock geben, schlafen gehen. Am nächsten Tag die vollgeladene Switch einpacken, um unterwegs Zelda/Mario/etc. zu spielen, repeat.

Akku

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Foto: Gregor Gruber
Der Akku der Switch hielt im Test drei Stunden und zwei Minuten. Gespielt wurde Zelda mit der vorgeschlagenen Display-Helligkeit auf 75 Prozent und aktiver, automatischer Helligkeitsregelung. Das vollständige Laden der Switch dauert drei Stunden und 10 Minuten. Sind die Joy-Cons angeschlossen, dauert es drei Stunden und 30 Minuten.

Die Joy-Cons haben keinen eigenen Ladeanschluss. Sollen die Joy-Cons mitgeladen werden, muss die Switch im Standby-Modus sein. Die Joy-Cons verbrauchen erst Strom, wenn sie von der Switch abgesteckt werden. Die Idee dahinter: Ist die Switch leer, kann man sie ins Dock stecken, die Joy-Cons abnehmen und weiterspielen. Würden die Joy-Cons auch leer sein, müsste man mit dem Spielen warten oder den optional erhältlichen Pro Controller nutzen, der hoffentlich aufgeladen ist.

Die Switch kann per Akkupack und USB-C-Kabel aufgeladen werden, allerdings nur langsam. Das Switch-Ladegerät pumpt 2,6a mit 15 Volt in die Switch. Die meisten Akkupacks für Smartphones haben 5 Volt und 1,5 bis 2,5a. Bei einem angesteckten 5-Volt-Akkupack mit 2a verlor die Switch während 15 Minuten Spielen fünf Prozent Akkuleistung.

Speicher

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Foto: Gregor Gruber
Von den 32 GB internen Speicher der Switch stehen 25,9 GB dem Nutzer zur Verfügung. Der Speicher wird per MicroSD-Karte erweitert, der Slot dafür befindet sich unter dem Standfuß. Es werden bis zu 2 TB große MicroSD-Karten unterstützt.

Hat man vor Spiele digital anstatt als Module zu kaufen, sollte man gleich eine große MicroSD-Karte zur Switch dazukaufen. Zelda ist als Download-Game 13,4 GB groß, Dragon Quest Heroes I & II 32 GB. Externe Speichermedien, wie USB-Sticks oder externe Festplatten, werden nicht unterstützt.

Anschlüsse

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Foto: Gregor Gruber
Neben den Slots für MicroSD-Karte und den proprietären Switch-Spielemodulen, hat die Switch noch einen 3,5mm-Kopfhöreranschluss und USB-C-Anschluss. Der NFC-Chip, um die Amiibos nutzen zu können, ist im rechten Joy-Con-Analog-Stick versteckt.

Das Dock der Switch hat neben USB-C-Anschluss für das Stromkabel und HDMI Out noch zwei normal große USB-Anschlüsse. Diese sind für Zubehör gedacht, wie etwa ein optional erhältlicher USB-LAN-Adapter.

Sound

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Foto: Gregor Gruber
Die Klangqualität der Switch ist annehmbar. In den höheren Lautstärken ist der Sound etwas blechern. Die Maximallautstärke ist geringer als das, was manche Smartphones ausgeben – zum Glück. So hält sich die Lärmbelästigung in öffentlichen Verkehrsmitteln hoffentlich in Grenzen.

Die internen Lautsprecher dürften aber ohnehin nur bei Mehrspieler-Games auf einer Switch zum Einsatz kommen. Unterwegs werden die meisten User vermutlich auf Kopfhörer zurückgreifen.

Für einen Handheld sehr unüblich ist, dass die Switch eine aktive Lüftung hat. Diese ist aber kaum zu hören und stört dementsprechend nicht. Im Test wurde sie nur einmal auffällig, als gespielt und geladen gleichzeitig wurde. Aber hätte ich hier den Ton der Switch aufgedreht, hätte ich die Lüftung nicht mehr wahrgenommen.

Software

Im Gegensatz zum 3DS und der Wii U sind die Menüs der Switch schlicht und schnörkellos. Es gibt keine Spielereien, keinen Mii-Sammelplatz, keine knalligen Icons. Alles ist organisiert, geradlinig, erwachsen. Fast schon steril und sehr untypisch für ein Nintendo-Produkt. Sehr passend dazu auch die zwei Designs, die zur Auswahl stehen: „Schlicht Weiß“ und „Schlicht Schwarz“.

Dazu passend reagiert die Switch auch schnell, wenn zwischen Menüs und dem Home-Screen und Spielen gewechselt wird. Die ärgerliche Trägheit der Wii U und des 3DS gibt es bei der Switch nicht. Dafür ist aber das Bedienkonzept der Switch manchmal ärgerlich. Selbst in den Menüs kann nicht alles mit Touchscreen gesteuert werden, obwohl es Sinn gemacht hätte. So kann man etwa beim Erstellen eines Miis die verschiedenen Kopfformen per Fingertippen auswählen und den Mii drehen, muss aber die Joy-Cons verwenden, um zu den Farbeinstellungen zu wechseln.

Obwohl das Interface sehr erwachsen aussieht, sind die Einstellung reduziert. Bei der Speicherverwaltung ist es etwa nicht möglich, die MicroSD-Karte zu formatieren. Es gibt keine Einstellung, um die Systemsounds/Tastentöne zu deaktivieren. Die Joy-Cons können zwar kalibriert werden, die Vibration kann aber nur ein- und ausgeschaltet werden, ohne Abstufungen.

Tisch-Modus-Tragödie?!

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Foto: Screenshot
Abgesehen von den Einstellungen gibt es noch die Menüs Neuigkeiten, Nintendo eShop und Album. Unter Neuigkeiten sind derzeit nur Tipps und Anleitung enthalten, mit Titeln wie „Die Batterieleistung lässt nach?“ und „Tisch-Modus-Tragödie?!“. Der eShop war im Testzeitraum deaktiviert.

Im Album sind die Screenshots von Games gespeichert, die man durch Drücken der Sharing-Taste an der linken Joy-Con aufgenommen hat. Die Screenshots können mit Text versehen und geteilt werden. Wohin ist noch nicht bekannt, da die Funktion im Testzeitraum noch deaktiviert war.

Es ist durchaus möglich, das mit dem ersten Systemupdate, mit dem Nintendo die Online-Funktionen freischaltet, weitere Funktionen zur Switch hinzukommen. Ob dann etwa auch ein Media Player kommt, um Videos oder Musik von der MicroSD-Karte wiederzugeben, ist noch offen.

Fazit

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Foto: Gregor Gruber
Im Vorjahr habe ich noch an Nintendo appelliert, bitte keinen Scheiß zu machen. Ich freue mich, dass es nur ein kleines Häufchen wurde. Ich mag die Switch. Ich mag diesen Handheld, der endlich auch für Erwachsenenhände geeignet ist. Ich mag das Mehrspieler-Konzept für unterwegs, bei dem die Joy-Cons abgenommen und als Controller für zwei Spieler dienen.

Aber selbst bei aller Sympathie und Anerkennung für die frischen Ideen, kann man nicht die Schwächen der Switch ignorieren. Im Handheld-Modus sind das die nur drei Stunden Akkulaufzeit, das spiegelnde Display und der nicht ausreichend durchdachte Standfuß. Der Konsolen-Modus ist für mich im jetzigen Zustand nur ein Gimmick und keinesfalls ein Kaufargument.

Würde ich mir die Switch um 329 Euro und Zelda um 65 Euro kaufen? Ja. Würde ich mich danach ärgern, dass ich es getan habe? Spätestens, wenn ich Zelda durchgespielt habe und realisiere, dass ich bis zum nächsten großen Spielerelease bis 28. April warten muss, um 60 Euro für ein Mario-Kart-Spiel zu zahlen, das ich bereits vor drei Jahren auf der Wii U um 50 Euro gekauft habe.

Wie bei jeder neuen Konsole ist der Erfolg von den Spielen abhängig. Ob die Switch in dieser Beziehung erfolgreicher als die Wii U sein wird? Ich hoffe es, verweigere aus seelentechnischen Gründen aber die Prognose. Wer nichts für das Open-World-Zelda-Spiel übrig hat (das übrigens gut ist), braucht derzeit jedenfalls keine Switch. Eine Liste der geplanten Switch-Games und Erscheinungsdaten gibt es auf der Nintendo-Website.

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(futurezone) Erstellt am 01.03.2017, 16:39

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