Games
03.08.2016

Pokemon Go: Massenauflauf bei Lockmodul-Party

Im Wiener Stadtpark tummelten sich so viele Pokémon-Go-SpielerInnen wie noch nie. Lockmodule zogen sie magisch an.

Der Gaming-Blog CerealKillerz und die Event-Berichterstatter WARDA veranstalteten am 2. August das wohl bislang größte Pokémon-Go-Event Österreichs. Im Wiener Stadtpark wurden ab 16 Uhr Lockmodule an allen Pokéstops platziert. T-Mobile und Huawei kündigten an, die Veranstaltung durch kostenlose WLAN-Hotspots zu unterstützen.

Um kurz nach vier waren Teile des Stadtparks bereits mit Menschen übersät, die fanatisch auf ihr Handy starrten. Vom beworbenen Gratis-WLAN war allerdings weit und breit nichts zu merken. Auch das mobile Netz einiger Betreiber war binnen kurzer Zeit überlastet. Pokémon-JägerInnen, deren Internetzugang noch aufrecht war, richteten kurzerhand eigene Hotspots ein. Generell schienen viele der Anwesenden sehr gut vorbereitet. Ausgestattet mit Bierdose und Akkupack saßen die Spielbegeisterten auf Picknickdecken. Dazwischen irrten vereinzelt Touristen auf der Suche nach dem Johann-Strauß-Denkmal herum. Neben den Spielbegeisterten kam auch die Polizei in den Stadtpark.

Keine Genehmigung

Eine Genehmigung für das Event einzuholen wurde von den Organisatoren offenbar vergessen. „Der Veranstalter wurde von uns informiert, dass er für eine Veranstaltung in dieser Größenordnung eine behördliche Genehmigung benötigt“, zitiert ORF Wien die Wiener Stadtgärten, die den Grund im Stadtpark verwalten. Zusätzlich wäre eine Genehmigung der MA 36 nötig gewesen. Verantwortlich dafür fühlt sich auf Veranstalterseite niemand. Die Agentur WARDA will gar nicht von einem Event sprechen. „Es ist rein ein Treffen von Leuten, die Pokemon Go‘ spielen. Es gibt keinen kommerziellen Hintergrund“, sagte Eugen Prosquill von der Agentur auf Anfrage von ORF Wien. Man gehe davon aus, dass der Veranstalter sich um Genehmigungen kümmert, hieß es von T-Mobile. Ob die Stadt rechtliche Schritte ergreifen will, ist noch offen.

Pokémon IRL

Jedenfalls war der Stadtpark wohl selten von so vielen illustren Gestalten bevölkert: Eine lebensgroße Pikachu-Dame, Markus, der in Begleitung seines Plüsch-Evoli erschienen ist und ein Mann, der alle fünf Minuten aufsteht und Karpador schreit, sind nur einige davon. Demografisch bilden die Pokémon-JägerInnen eine bunte Mischung. Jugendliche, Familien mit Kinderwagen und Nerds verfolgten ein gemeinsames Ziel: Gotta catch ‘em all.

Nach etwa einer Stunde funktionierte endlich das WLAN. Dafür war im Park kein Vorankommen mehr, so viele Menschen befanden sich auf den Spuren der Pokémon. Die Gespräche drehten sich hauptsächlich darum, dass beim Patch zwar unzählige grafische Änderungen vorgenommen, aber keine wirklichen Probleme behoben wurden. “Ein elender Verräter” sei der Mann, der durch einen Bot als ersterLevel 40erreicht hat , äußerte sich ein Trainer mit Teemo-Hut.

Die “T-Lockmodul-Party” endete um 21 Uhr. Bis dahin wurden eine ganze Menge Erfahrungspunkte gesammelt und Pokébälle geworfen.