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26.07.2016

Relaxo-Jagd am Ring: Polizei appelliert an Pokemon-Spieler

Zahlreiche Pokémon-Go-Spieler machen sich gemeinsam vom Stadtpark aus auf die Jagd. Dabei blockieren sie auch den Straßenverkehr - und könnten zur Kasse gebeten werden.

Der Wiener Stadtpark ist derzeit wohl die inoffizielle "Pokémon Go"-Zentrale von Wien. Seit einigen Wochen sind dort fast zu jeder Tageszeit hunderte Spieler anzutreffen, die sich die hohe Dichte an PokéStops zunutze machen. Dabei helfen sich die Spieler auch gegenseitig und benachrichtigen einander, wenn sie ein seltenes Pokémon gesichtet haben. Das sorgte in den vergangenen Wochen oftmals für kuriose Szenen, die man bislang nur aus dem New Yorker Central Park kannte. So war in einigen Videos bereits zu sehen, wie sich plötzlich hunderte Menschen mit starrem Blick auf das Smartphone gemeinsam in Bewegung setzten, um beispielsweise ein Turtok zu fangen.

Tipps für Spieler

Diese Menschenmassen wagen sich nun zunehmend auch aus den Stadtpark hinaus. So berichtet die Heute, dass am Sonntag mehr als hundert Spieler vom Stadtpark aus auf den Stuben- und Kärntner Ring bzw. zur Oper pilgerten. Grund dafür war unter anderem ein Relaxo, das relativ selten zu finden ist. Und auch am Montagabend sind offenbar wieder zahlreiche Menschen in der Nähe des Stadtparks losgestürmt, um ein Aquana zu fangen, wie in einer Facebook-Gruppe berichtet wurde. Auf Video-Aufnahmen ist auch zu sehen, dass zahlreiche Menschen über die Straße laufen und die Menschenansammlung die Straße blockiert.

Bei der Polizei sieht man auf Anfrage der futurezone vorerst keinen Grund zur Sorge, appelliert aber dennoch an die Spieler. So solle man beim Spielen stets auf den Straßenverkehr und die Umgebung achten und abgesperrte Bereiche sowie Privatgelände nicht betreten. Das BKA hat bereits Präventionstipps veröffentlicht, die sich an Pokémon-Go-Spieler richten. Zudem sollte man auch auf angebliche Sichtungen mit Gelassenheit reagieren. Wie der US-Amerikaner Logan Paul bereits bewies, machen sich hin und wieder einige Personen einen Spaß daraus, den Namen eines seltenen Pokémon zu schreien, um Menschenmassen anzulocken.

Bis zu 726 Euro Strafe

Die Versammlungen im Stadtpark habe man jedoch nicht gezielt im Blick, wie die Polizei auf Anfrage der futurezone betont. Man habe Wichtigeres zu tun, als ständig Pokémon-Spieler zu beobachten. Da es sich bei den Stadtpark-Gruppen um keine Versammlungen oder Veranstaltungen handle, müsse man diese auch nicht im Vorfeld anmelden. Zwischenfälle gab es bislang nicht, auch wenn in einigen Videos Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung zu beobachten sind. Hier drohen, je nach Anlass, Geldstrafen von bis zu 726 Euro. Im Bedarfsfall wolle man eingreifen, falls der Verkehr durch die Pokémon-Jäger gestört werden würde.

Auch den Stadtgärten Wien sind trotz der deutlich höheren Besucherzahlen keine Zwischenfälle bekannt. Ausnahme sei die Sachbeschädigung am Johann-Strauß-Denkmal, das mit Schriftzügen wie "Pokémon" besprüht wurde. Dass dieser Zwischenfall auf Pokémon-Go-Spieler zurückzuführen ist, ist jedoch unwahrscheinlich. Das Denkmal wurde bereits im Vorjahr des öfteren besprüht.