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19.06.2016

Star Trek Bridge Crew angespielt: Kirk in Virtual Reality

Das neue Spiel von Red Storm lässt den Spieler per Virtual Reality das Kommando über ein Raumschiff übernehmen. Wie Captain Kirk und Picard gibt man dabei Anweisungen.

Star-Trek-Fans haben wohl alle diesen einen Traum: Einmal als Captain auf der Brücke der Enterprise stehen und diese in die Tiefen des Universums führen. Während viele dabei wohl an James T. Kirk denken dürften, wollte ich stets in dieser Situation die berühmten Worte von Jean-Luc Picard aussprechen können: Make it so. Nun sorgt das Entwickler-Studio Red Storm dafür, dass dieser Traum bald in Erfüllung gehen könnte. Der Schöpfer von „Rainbow Six“, „The Divison“ und „Far Cry 4“ hat dafür ein Star-Trek-Raumschiff nachgebaut - vorerst aber nur in Virtual Reality.

In „Star Trek: Bridge Crew“ schlüpft der Spieler in die Rolle des Captains oder eines Besatzungsmitglieds der U.S.S. Aegis. Das Besondere daran: Dank Virtual-Reality-Brille befindet man sich direkt auf der Brücke des Raumschiffes und bedient die Konsolen. Dabei ist Teamplay gefragt: Die Besatzungsmitglieder müssen zusammenarbeiten, um Angriffe, Erkundungsmissionen oder längere Reisen unbeschadet überstehen zu können. Ich durfte auf der E3 eine kurze Mission im kommenden Virtual-Reality-Titel ausprobieren und habe mich mit David Votypka dem verantwortlichen Creative Director unterhalten.

Sitzen bleiben

Das Spiel soll im Herbst für alle gängigen VR-Plattformen (PlayStation VR, Oculus Rift, HTC Vive) erscheinen. Im Hands-On stand jedoch ausschließlich die Oculus Rift mitsamt der neuen VR-Controller zur Verfügung. Die Steuerung ist intuitiv. Per Motion-Tracking werden die Bewegungen des Controllers als Hände im Spiel dargestellt. Das Drücken der hinteren Schultertaste zieht die vier Finger zusammen, die obere Schultertaste ist für die Bewegung des Daumens zuständig. So kann der Spieler die virtuellen Touch-Displays bedienen. Die beiden anderen Knöpfe auf dem Oculus-Controller können verwendet werden, um die Perspektive auf den Nullpunkt zurückzusetzen sowie um die Brücke auszublenden und so das Geschehen im Weltraum anzusehen.

Alle Spieler sind per Mikrofon miteinander verbunden und können so rasch miteinander kommunizieren. Da ich mich im Rahmen des Hands-Ons im gleichen Raum mit meinen Crew-Mitgliedern befand, entfiel das jedoch. Einzige weitere Einschränkung beim Spiel: Die Sitzgelegenheit des Spielers sollte fix am Boden stehen, da der virtuelle Charakter des Spielers ebenfalls stets am gleichen Ort sitzen bleibt. Hält man das ein, wird der Spieler mit einem erschreckend realistischen Erlebnis belohnt.

Viel Verantwortung für alle Crew-Mitglieder

Ich entschied mich für die Rolle des Ingenieurs, der die Leistung des Schiffes zwischen Verteidigungs-, Waffen- und Antriebssystemen verteilen muss. Zudem kann er den Warp-Antrieb vorbereiten sowie Objekte oder andere Personen an Bord beamen. All das klingt komplex, lässt sich aber mit dem Drücken weniger Tasten erledigen. Weitere Rollen sind der Captain, der die Aufgaben verteilt und den Überblick behalten muss, der Steuermann, der das Schiff steuert, sowie der Verantwortliche für die Waffensysteme.

„Derzeit ist der Steuermann wohl das am stärksten beschäftigte Besatzungsmitglied. In späteren Versionen bekommt der Ingenieur aber mehr Aufgaben, beispielsweise das Umleiten von Energie, beschädigte Subsysteme, die man knifflig Umgehen muss“, so David Votypka, Creative Director bei Red Storm, der das Test-Spiel als Captain auch leitete. Während man zu Beginn der Mission nur Routineaufgaben erledigen muss, wie den Warp-Antrieb für die Reise zum Missionsziel vorbereiten, steigt der Druck langsam an.

Hohes Suchtpotenzial

So kamen im Zuge der Rettungsmission plötzlich mehrere Klingonenschiffe daher, denen man gezielt ausweichen musste, während die Schilde hochgefahren und die Waffensysteme vorbereitet wurden. Bei Treffern des Gegners reduziert sich die verfügbare Energie, weswegen man als Ingenieur stets die verfügbaren Ressourcen neu verteilen und dies mit den anderen Crew-Mitgliedern abstimmen muss. Auch auf der Brücke macht sich der Kampf nach einigen Treffern bemerkbar. Wie in Filmen und Serien sprühen die Funken und einige Crew-Mitglieder werden verletzt.

Nach leichten Startschwierigkeiten spielte sich so rasch alles ein. Hin und wieder hat man etwas Leerlauf, da der Spieler aber trotz Captain stets auch immer das Spielgeschehen im Blick behalten sollte, ist man nie vollständig ohne Beschäftigung. Nach rund 20 Minuten war die erste Mission überstanden und das Ziel - das Retten von Überlebenden - erledigt. Viel zu kurz - sowohl für mich als auch für meine zuvor unbekannten Mitspieler. Das Suchtpotenzial machte sich rasch deutlich, auch da das geringe Maß an hektischen Bewegungen keinerlei Schwindel oder Übelkeit hervorrufen.

Singleplayer mit Zufallsmissionen

Obwohl das Spiel am meisten Spaß in der Gruppe macht, wird es auch einen Singleplayer-Modus geben, wie Votypka gegenüber der futurezone bestätigt. „Wir wollen niemanden ausschließen, der womöglich nicht drei weitere Freunde mit Virtual-Reality-Headset hat.“ Dabei übernimmt der Spieler die Rolle des Captains und kann seiner Crew Anweisungen geben. „Wenn man etwas selbst erledigen möchte oder komplexe Aufgaben anstehen, kann man dann in die Rolle der Crew-Mitglieder schlüpfen.“ Die KI springt auch ein, wenn man beispielsweise nur mit einem oder zwei menschlichen Freunden gemeinsam eine Runde spielen möchte.

Neben vorgefertigten Story-Missionen soll ein Zufalls-Generator auch sicherstellen, dass man immer wieder auf Reise mit der U.S.S. Aegis gehen möchte. Zudem soll es verschiedene Schwierigkeitsgrade geben, die auf unterschiedliche Spielmechaniken setzen. Im Basis-Modus ist alles etwas einfacher und intuitiver, sodass man die Abläufe erlernen kann. Wenn man sich damit wohl fühlt, kann man in den fortgeschrittenen Modus wechseln. In diesem sollen selbst eingefleischte Trekkies gefordert werden, wie Votypka erklärt.

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Disclaimer: Die Pressereise zur E3 wird von Xbox Österreich bezahlt.