Games
05.04.2017

Was Videospiele und Filme voneinander lernen können

Lange galten Videospiele und Filme als unvereinbar. Doch eine Reihe von Künstlern wollen das nicht akzeptieren und suchen neue Wege, die Medien miteinander zu verbinden.

Seien es nun Bücher, Comics, Filme oder Videospiele – letzten Endes wollen alle nur Geschichten erzählen. Der Austausch zwischen den Branchen lässt dennoch oft zu wünschen übrig. Das soll nun eine Reihe von Vorträgen am Donnerstag, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe Subotron pro games stattfinden, ändern. Den Anfang macht Christian Fonnesbech, der an „Cloud Chamber“, einer ungewöhnliche Mischung aus interaktivem Film und Videospiel, arbeitete. Die Idee erinnert an das von Kritikern gefeierte „Her Story“: Der Spieler untersucht eine große Datenbank an Notizen, Audio- und Video-Dateien, um die Geschichte zu erkunden und dem Geheimnis hinter dem „Signal“ auf die Spur zu kommen. Dabei tauscht man sich auch mit anderen Spielern aus, die nützliche Hinweise geben müssen, um selbst im Spiel vorankommen zu können.

Das bereits 2014 veröffentlichte Spiel vom dänischen Entwicklerstudio „Investigate North“ war nur eines von mehr als 35 Projekten, an denen Fonnesbech bereits mitgearbeitet hat. In seinem Vortrag „Living in the future“ will er einen Einblick bieten, was sowohl Filmemacher als auch Videospiel-Entwickler voneinander lernen können und wie sich die beiden Medien effizient miteinander verbinden lassen. Zudem gibt er einen Einblick, nach welcher Art von Videospielen Publisher und Investoren derzeit auf der Suche sind.

Alois Kozar hat sich bereits 1992 an eine Mischung aus verschiedenen Welten gewagt. Im Mixed-Reality-Spiel „Das K&K Zauberschloss“ konnten sich Bereits Anfang der Neunzigerjahre Spieler mit ihrem ganzen Körper in ein virtuelles Geisterschloss wagen. Die Spiele erinnern stark an jene Spiele, mit denen Sonys „Eye Toy“-Kamera auf der PlayStation Erfolge feierte. In den folgenden 25 Jahren hat Kozar weitere Mixed- und Virtual-Reality-Installationen konzipiert und umgesetzt, unter anderem für den ORF, ATV sowie zahlreiche Museen und Veranstaltungen. Am Donnerstag gibt er einen Einblick in seine Arbeitsweise und wie sich Film und Videospiele effektiv über Mixed Reality miteinander verbinden lassen.

Den Abschluss bilden Florian Jindra sowie Michael Großauer von der FH Salzburg. Jindra und Großauer haben das neue Musikvideo für den Song „Lazer Gun“ vom Wiener Elektroduo Ogris Debris umgesetzt. Das Video, in dem das virtuelle Duo durch tropische Welten läuft und tanzt, wurde vollständig mit der Game-Engine Unity 3D erstellt – als erstes seiner Art. Die realitätsgetreuen Kopien wurden unter anderem mit 3D-Scanning und Motion Capturing erstellt. Im Rahmen des Vortrages erklären sie, wie das Video entstand und welche Möglichkeiten man beim Videodreh mit einer Game-Engine hat.

Eintritt frei

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 6. April, um 19 Uhr im Raum D (quartier 21) des Wiener Museumsquartiers statt. Der Eintritt ist frei.