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20.08.2016

Wenn ein ganzes Land aus Pokemon Go verbannt wird

Das Experiment eines Hackers hat dazu geführt, dass ein kleines europäisches Land zum Großteil aus Pokemon Go verbannt wurde.

Der Pokemon-Go-Betreiber Niantic geht verschärft gegen Betrüger im Spiel vor. Vor allem Spieler, die Bot-Programme oder serverseitige Betrugssoftware nutzen, um im Spiel schneller aufzusteigen, werden seit einiger Zeit von Niantic vom Spiel ausgeschlossen. Das funktioniert entweder über die Konten der betreffenden Spieler oder über die IP-Adressen der mutmaßlichen Betrüger. Bei den Sperren über IP-Adressen lässt sich Pokemon Go zwar noch starten, es erscheinen aber weder Pokemon noch Pokestops oder Arenen.

Um diese Niantic-Taktik zu prüfen, hat die Reddit-Community, die einige der verfügbaren Bot-Programme für das Spiel entwickelt hat, ein Experiment gestartet, der dazu geführt hat, dass fast ganz Belgien von Niantic gebannt wurde, wie comicbook.com schreibt. Die Reddit-Hacker wollten über Wegwerf-SIM-Karten mehrere tausend simultane Anfragen an Pokemon-Go-Server schicken, wie sie auch von Cheat-Programmen wie PokeVision getätigt werden. Das hat dazu geführt, dass Niantic alle Kunden des größten belgischen Mobilfunkanbieters Proximus vom Spiel ausgeschlossen hat, weil die Serveranfragen alle über eine Proximus-IP geroutet werden sollten. Niantic hat dabei offenbar übersehen, dass es sich nicht um eine private IP gehandelt hat.

Ob die Reddit-Aktion tatsächlich durchgeführt wurde, ist trotzdem unklar. Auf Reddit schreiben die Hintermänner, dass Niantic die belgischen Nutzer vorsorglich gebannt habe, nachdem es von dem Plan Wind bekommen habe. Proximus arbeitet derzeit jedenfalls an einer Lösung des Problems, wie ein belgisches Online-Medium schreibt. Betroffene Nutzer können immer noch über WLAN auf Pokemon Go zugreifen.