Meinung
11.08.2015

Google wird zum Alpha und Omega

Google verschwindet als Unternehmen im neuen Alphabet-Imperium, das in einigen Jahren die Weltordnung auf den Kopf stellen wird.

Google, die zweitstärkste Marke der Welt (nach Apple und vor Coca Cola und IBM) verschwindet unter einer Dachmarke „Alphabet“. Google ist künftig „nur“ noch ein Unternehmen in einer Kollektion an Firmen, die in einer 26-teiligen Buchstaben-Struktur abgelegt werden – das G ist für Google reserviert - „G is for Google“.

Wer glaubt, dass Google ein Gigant war, wird sich wundern, wie groß Alphabet in einigen Jahren sein wird. Spätestens in zehn Jahren ist Google ein Zwerg im Alphabet-Imperium - das Alphabet ist die Basis unserer Sprache und jeden geschriebenen Wortes. „Alphabet“ will zum Alpha und Omega in der Welt von Morgen werden.

Mutig & weise

Es ist ein mutiger wie auch spannender Schritt der Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin, ihr vor 17 Jahren begonnenes Projekt umzugestalten. Der Begriff Google wurde übrigens von Gogol abgeleitet, das ist eine 1 gefolgt von hundert Nullen. Es ist aber auch ein sehr weiser Schritt, denn Google war und blieb der von vielen gescholtene Suchgigant, der seine Marktmacht ausnützt. Doch Google ist für die meisten Internet-Nutzer ein Synonym für die Suche und nicht für ein Unternehmen, das mittlerweile Forschung in allen Lebensbereichen macht und quasi keinen Bereich ausgelassen hat.

Mehr als nur Suche

Google hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten zu einem Technologie-Unternehmen entwickelt, wurde zu einem Konglomerat an spannenden Unternehmen, zugekauften Start-ups und Eigenentwicklungen. Der Gigant aus dem Silicon Valley ist ein Visionär, der Probleme der Gegenwart lösen will: Man arbeitet an selbstfahrenden Autos genauso wie an medizinischen Sensationen (Leben gesund verlängern/Calico.com), Robotern und beschäftigt sich sogar mit dem Teleportieren. Die neue Firmenstruktur gibt Page und Brin viel mehr Freiheit. Erstens können die neuen Firmen in dieser Dachmarke freier agieren, weil sie sich vor den Google-Vorständen nicht mehr rechtfertigen müssen. Zweitens nehmen die beiden Gründer die neuen Unternehmen aus dem Schussfeld, wenn wieder einmal die Machenschaften der Google-Krake angeprangert werden.