Meinung 09.02.2016

In der Apple-Geiselhaft

Der iPhone-Hersteller schränkt seine Kunden immer mehr ein. Das Seltsame daran: Sie finden es trotzdem gut.

Kaum ein technisches Gerät beeinflusst unseren Alltag so sehr wie das eigene Smartphone. Und dennoch lässt man sich genau dabei so sehr einschränken wie bei keinem anderen Gerät. Apple kontrolliert sehr genau, was man mit seinem iPhone macht. Apps, die im App Store nicht von Apple überprüft und zugelassen sind, können nicht am Handy installiert werden. Kabel, die nicht von Apple zertifiziert wurden, können oft nicht genutzt werden.

Der neueste Streich: Man kann sein iPhone nur mehr bei Apple und nicht im Handy-Shop um die Ecke reparieren lassen. Apple argumentiert derartige Schritte mit Sicherheit. Das geht jedoch nicht ganz auf: Die Konkurrenz ist weniger streng und dennoch nicht ständig mit Datenklau konfrontiert. Spricht man mit begeisterten Apple-Kunden, werden diese Einschränkungen oft relativiert oder sogar begrüßt.

Psychologen haben dieses Verhalten vor einigen Jahren analysiert und herausgefunden, dass Apple-Fans unter einer Art Stockholm-Syndrom leiden. Das Phänomen ist eigentlich von Geiselnahmen bekannt, bei der sich Opfer mit den Tätern solidarisieren und sogar kooperieren. Im Falle der iPhones, haben die „Opfer“ im Vorfeld sogar mehrere Hundert Euro dafür bezahlt.

(futurezone) Erstellt am 09.02.2016