myfuzo | Blog
04.06.2014

F-15 Kampfjets fliegen über Singapur

In Singapur donnerten am Mittwoch mehrere Kampfjets, darunter die F-15-Flotte sowie Chinooks über Downtown. Ein Erlebnis, auf das ich gerne verzichtet hätte.

Es ist 10.15 Uhr in Singapur. Ich sitze im 43. Stock, die Vorhänge geschlossen. Plötzlich höre ich einen ohrenbetäubenden Lärm. Es hört sich an, als würde direkt neben mir eine Bombe einschlagen. Das Hochhaus wackelt, die Vorhänge bewegen sich leicht. Ich beginne am ganzen Körper zu zittern als ich aus dem Fenster sehe. Da fliegt nämlich vor meiner Nase ein mir bis dato unbekanntes Flubobjekt keine 20 Meter von meinem Fenster entfernt direkt auf die Hochhäuser des Finanz-Distrikts zu. Erinnerungen an 9/11 werden wach. Und schlimme Befürchtungen. Krieg?

Air Force Flotte

Doch die mir unbekannten Flugobjekte, die sich später unter anderem als CH-47SD Chinooks und Black Hawks herausstellen, fliegen am Finanz-Viertel vorbei, direkt zu auf das Marina Bay Sands. Als sie auch dort vorbeifliegen und nicht hineindonnern, atme ich auf und denke mir: „Alles halb so wild. Eine Übung.“ Wenig später ertönt wieder ein ohrenbetäubender Lärm und die Air Force von Singapur schickt noch einmal sechs Stück ihrer F-15-Flotte über den Himmel von Downtown. Wieder klingt es, als würde eine Bombe einschlagen. Das beklemmende Gefühl, das diese Flotte auslöst, wird bei mir auch beim zweiten Mal nicht weniger. Auch beim dritten, vierten, fünften und sechsten Mal bleibt es.

Erst, als das ganze Spektakel 30 Minuten später vorüber ist, kann ich wieder aufatmen. Gefühlt habe ich mich dabei nämlich mitten wie in einem schlechten Science-Fiction-Film, oder aber viel schlimmer: wie wenn der schlechte Science-Fiction-Film plötzlich Realität wird. Was für viele Air Force-Interessierte verlockend klingt, das einmal „live“ erleben zu dürfen, war für mich einfach nur beklemmend.

Zu sehr war mir in dem Moment bewusst, dass ich, wäre tatsächlich der Krieg ausgebrochen, völlig abgeschnitten gewesen wäre von jeglichen objektiven Informationen. Die Medienlandschaft in Singapur unterliegt nämlich staatlicher Zensur. Daher war ich wirklich erleichtert, als ich feststellen durfte, dass der Zugang zum Internet nicht gekappt war und ich ein Bild der Chinooks im Netz fand. Jetzt ist es im 43. Stock übrigens wieder totenstill. Es bleibt jedoch ein unangenehmes Gefühl zurück.

Die futurezone besucht Singapur derzeit, weil hier bis 4. Juni der "World City Summit", eine Smart City-Konferenz, stattfindet. Gemeinsam mit Meinungsführern aus der ganzen Welt wird darüber diskutiert, wie man Städte künftig intelligenter, bewohnbarer und nachhaltiger machen kann. Mehr dazu lesen Sie demnächst.