Iran
01/07/2012

Ajatollah nennt Facebook "unislamische Sünde"

Social Network propagiere Unsittlichkeiten

Ein iranischer Ajatollah hat Facebook als „unislamisch“ und die Mitgliedschaft in dem sozialen Netzwerk als „Sünde“ bezeichnet. „Im Grunde ist es unislamisch und nicht erlaubt, auf eine Internetseite zu gehen, die Unsittlichkeiten propagiert und den religiösen Glauben schwächen könnte“, sagte Ajatollah Lotfollah Safi-Golpaygani laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Isna am Samstag. Die Mitgliedschaft sei daher „haram“ (eine Sünde). Hohe Geistliche werden im Iran immer wieder zu sozialen Themen befragt. Ihre Aussagen gelten als eine Art Dekret.

Der Ajatollah lehnt das Internet nach eigenen Worten aber nicht grundsätzlich ab. „Unproblematisch ist die Nutzung von Internetseiten, die religiöse Kriterien propagieren und nicht zu Unsichtlichkeiten führen.“

17 Millionen Iraner auf Facebook
Trotz starker Einschränkungen der Regierung sind nach offiziellen Angaben vom Oktober rund 17 Millionen Iraner Mitglied bei Facebook. Beobachter schätzen die tatsächliche Zahl aber deutlich höher ein.

Berichten zufolge blockiert das Land rund fünf Millionen Internetseiten. Die Bevölkerung verschafft sich beispielsweise über Proxy-Programme dennoch Zugang. Pläne, eine Art nationales Internet zu entwickeln, hat Teheran immer wieder verschoben.

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