Netzpolitik
03.04.2017

Assange muss weiter um sein Schicksal zittern

Bei der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Ecuador zeichnet sich ein knappes Wahlergebnis ab. Die Opposition will eine Neuauszählung. Assange muss zittern.

Nach Auszählung von 94,2 Prozent aller Stimmen kam der Sozialist Lenin Moreno von der linksgerichteten Regierungspartei Alianza Pais auf 51,07 Prozent der Stimmen, der rechtskonservative Oppositionsführer Guillermo Lasso auf 48,93 Prozent, wie die Wahlkommission am Sonntagabend mitteilte. Lasso wittert in der Stichwahl Wahlbetrug und fordert eine Neuauszählung.

Positionen

Für den Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, könnte sich durch die Wahl einiges ändern: Moreno will dem Australier weiter Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London gewähren. Lasso kündigte dagegen an, die früher getroffene Entscheidung zu revidieren. Assange lebt seit Juni 2012 in der Botschaft, um einer Auslieferung an Schweden und letztlich an die USA zu entgehen. Die schwedische Justiz will ihn zu Vergewaltigungsvorwürfen befragen.

Der 45-jährige Australier spricht von einem politisch motivierten Verfahren und von einvernehmlichem Sex. Er befürchtet, dass ihn Stockholm an die USA ausliefert, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats und möglicherweise die Todesstrafe droht. Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte in den vergangenen Jahren Hunderttausende geheime Dokumente, unter anderem über das Vorgehen der US-Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan.