© Ronald Zak/dapd

Protest
03/14/2011

Atomkraft-Gegner formieren sich auf Facebook

Während stündlich neue Hiobsbotschaften von den durch die Erdbeben beschädigten Atomkraftwerken in Japan gemeldet werden, formieren Atomgegner sich nun im Web. Vor allem in Deutschland, wo der Atomausstieg zuletzt verschoben wurde, protestieren Zigtausende auf Facebook und organisieren Mahnwachen übers Web. Aber auch viele Österreicher äußern ihren Unmut im Netz.

von Martin Stepanek

Neben der Facebook-Seite „Gegen Atomkraft“ erfährt vor allem der „Atomkraft? Nein Danke!“-Button, der in das eigene Profilbild integriert werden kann, große Zustimmung. Angeregt durch die besorgniserregenden Ereignisse in Japan wurde der Button zuletzt von mehreren Tausend Leuten pro Stunde angefügt. Allein in den vergangenen zwei Stunden konnte die Seite über 22.000 Facebook-Befürworter für sich gewinnen. Ebenfalls im Web sammeln Kritiker Online-Unterschriften für eine Petition an den Deutschen Bundestag, die das Abschalten der deutschen AKWs fordert.

Auch Protest auf der Straße
Aber auch der Protest auf der Straße wird über das Internet organisiert. So rufen die Betreiber der Anti-Atomseite www.ausgestrahlt.de zusammen mit mehreren Bürgerorganisationen zu bundesweiten Mahnwachen in Deutschland auf. Die Seite dient als zentrale Anlaufstelle, bei der die für heute geplanten Protestaktionen gemeldet werden können. Eine Google-Maps-Karte zeigt, wo heute ab 18 Uhr Mahnwachen stattfinden, die Organisation vor Ort obliegt den Bürgern. Unterstützt werden die Aktionen vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). Für 17:00 ist auch eine Kundgebung vor dem Landhaus in Bregenz eingetragen.

Neben dem Mitgefühl und der Betroffenheit für die japanische Bevölkerung ist vor allem in Deutschland die Entrüstung wegen der Situation im eigenen Land groß. Denn der ursprünglich von Rot-Grün beschlossene Atomkraft-Ausstieg wurde in den vergangenen Jahren unter Merkel Stück für Stück aufgeweicht. Mit den nun aufkeimenden Protesten auf Facebook und auf der Straße wollen die besorgten Atomgegner den endgültigen Ausstieg erzwingen. Bereits gestern fand in Baden-Württemberg eine Protestkundgebung statt, an der 60.000 Menschen teilgenommen haben.

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