Netzpolitik 29.11.2012

Bericht: Syrien vom Internet abgekoppelt

Im Kampf gegen die Oppositionsanhänger hat der syrische Staatschef Bashar al-Assad offenbar drastische Methoden ergriffen. Mehreren Berichten zufolge seien alle Verbindungen zum Internet gekappt, Internet- und Handyverbindungen funktionieren nicht mehr. Nur per Satellit kann noch darauf zugegriffen werden.

In Syrien gibt es offenbar keinen Zugang zum Internet mehr. Das Land sei praktisch vom Netz abgekoppelt, teilten zwei auf die Beobachtung des weltweiten Internetverkehrs spezialisierte US-Unternehmen am Donnerstag mit. Dies könnte bedeuten, dass die Regierung von Syriens Staatschef Bashar al-Assad im Kampf gegen die Rebellen die Kommunikationsverbindungen gekappt hat. Zuvor hatten Oppositionsanhänger in Syrien bereits erklärt, dass Internet- und Handyverbindungen in weiten Teilen des Landes nicht mehr funktionierten. Auch Festnetztelefone seien kaum erreichbar.

Vom Rest der Welt abgeschottet
Nach Angaben der US-Technologiefirma Akamai stoppte der Internetverkehr in Syrien um 11.27 MEZ. Das Unternehmen Renesys erklärte, das arabische Land sei „effektiv ohne Internet". Alle 84 IP-Adressblöcke Syriens seien nicht mehr erreichbar. Auch der Dienst der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana wurde gegen Mittag unterbrochen.

Kommunikation nur mehr per Satellit
Ein Oppositionsanhänger aus der umkämpften Gegend von Ghouta nahe der Hauptstadt Damaskus sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass nur noch Satellitenverbindungen funktionieren würden. Andere Oppositionelle teilten mit, dass in weiten Teilen von Damaskus das Internet und andere Kommunikationswege gekappt worden seien. Auch in den Provinzen Homs und Hama im Zentrum des Landes sowie in den südlichen Regionen Daraa und Suwayda seien Mobilfunknetze und Festnetze ausgefallen.

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( apa,afp ) Erstellt am 29.11.2012