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Medienzentrale
12/03/2010

Boxee Box: Smarter Videowürfel im Test

Seit etwa einer Woche ist D-Links Set-Top-Box in Österreich erhältlich. Mit der Boxee Box sollen Online-Videos sowie lokale Inhalte einfach und in guter Qualität auf das TV-Gerät gebracht werden. Auch mit verschiedenen Applikationen will D-Link punkten. FUTUREZONE testet, ob sich die Anschaffung vor den Weihnachtsfeiertagen lohnt.

von Thomas Prenner

D-Link legt mit seiner Boxee Box großen Wert auf Design. Dieser Umstand ist nicht nur an der extravaganten Form der Box selber zu erkennen, sondern auch an der stilsicheren Verpackung in Würfelform. Angenehme Überraschung: Neben der Box selbst und der Fernbedienung befindet sich im Lieferumfang noch zusätzlich ein HDMI-Kabel. Das Anschließen geht problemlos vonstatten und der sofortigen Inbetriebnahme steht nichts mehr im Wege.

Die Fernbedienung
Der insgesamt gute äußere Ersteindruck wird durch die Fernbedienung etwas getrübt. Die mit einer Volltastatur ausgestattete Kontrolleinheit wirkt nicht besonders hochwertig, sondern fragil. Durch ihr geringes Gewicht liegt sie nicht besonders gut in der Hand, die Tastatur ist durch die kleinen Tasten mühselig zu bedienen.

[[519:body / Die Fernbedienung]]

Da beide Seiten der Fernbedienung mit Tasten versehen sind, kommt es immer wieder vor, dass man aus Versehen Tasten an der jeweiligen Unterseite betätigt. Darüber hinaus lässt sich nur sehr schwer erfühlen, ob man die Fernbedienung richtig oder falsch herum in der Hand hält, was besonders beim Navigieren mit den Richtungstasten störend sein kann. Positiv zu bemerken ist, dass die Fernbedienung auch aus großer Entfernung und aus allen denkbaren Winkeln sehr gut und verlässlich reagiert.

Der erste Start
Beim ersten Bootvorgang gelangt man direkt in das Konfigurationstool für die Netzwerkverbindung. Hier kann man die Box entweder mittels WLAN oder Ethernet-Kabel mit dem Internet beziehungsweise mit seinem Heimnetzwerk verbinden. Hier zeigten sich im Test Probleme. Nach dem Update auf die aktuellste Firmware konnte sich die Box nicht mehr mit dem WLAN-Router verbinden. Abhilfe brachte nur, dass die Verschlüsselung des Routers vom Modus WPA+WPA2 auf ausschließlich WPA2 gestellt wurde.

Sobald die Internetverbindung hergestellt wurde, wird man aufgefordert sich mit seinem Boxee Userprofil einzuloggen, oder ein neues Profil zu erstellen. Diesen Schritt kann man auch überspringen, allerdings sind dann einige Funktionen der Box nicht verfügbar. Wem das Tippen mit der Boxee-Fernbedienung zu mühsam ist, kann das Profil auch im Internet über boxee.tv erstellen und einrichten. Nach Abschluss dieser ersten Schritte gelangt man ins Hauptmenü.

Auffallend ist, dass die Oberfläche aktuell nur in Englisch verfügbar ist - weitere Sprachen sollen zu Beginn des nächsten Jahres mittels Firmware-Aktualisierung nachgeliefert werden. Über die Betriebslautstärke der Box lässt sich sagen, dass sie in einem völlig stillen Raum durchaus wahrnehmbar ist. Der Geräuschpegel bleibt jedoch gering genug, um während des Abspielens von Videos oder Musik nicht aufzufallen. Die Bedienung geht durch die großen, eindeutigen Symbole leicht von der Hand und ist intuitiv. Das Benutzerhandbuch kann guten Gewissens in der Schachtel bleiben.

[[520:body / Boxee Box Homescreen]]

Soziale Box
Gleich durch den ersten Menüpunkt erkennt man, dass die Boxee Box einen großen Wert auf Social Media legt. Unter dem Menüpunkt "Friends" findet man eine Übersicht mit allen Videos, die Twitter- oder Facebook-Kontakte in jüngster Vergangenheit gepostet haben. Um dieses Service zu nutzen muss man natürlich erst die entsprechenden Social Networks mit dem Boxee Profil verbinden. Auch während des Abspielen eines Videos kann man jenes über ein Kontext-Menü direkt mit den eigenen Kontakten teilen.

Inhalte
Hinter den Menüpunkten "Shows" und "Movies" verbergen sich die Videoinhalte. Jene können entweder über das Internet gestreamt sowie von einer lokal angeschlossenen Festplatte bzw. über das Heimnetzwerk abgerufen werden. Die voreingestellten Streaming-Dienste bestehen aktuell ausschließlich aus kostenlosen Online-Inhalten. Nach Premium-Angeboten sucht man also noch vergeblich - auch hier soll ein Firmware-Update Anfang 2011 zusätzliche Angebote bringen.

Durch die fehlenden Premium Dienste ist man zum jetzigen Zeitpunkt also zum größten Teil auf eigene, lokal gespeicherte Inhalte angewiesen. Jene können über die Box indexiert und mit Informationen wie Coverbild, Inhaltsangabe oder Bewertung versehen werden.

[[521:body / Serienübersicht]]

Um die lokalen Inhalte über die optisch ansprechende Übersicht abrufen zu können, müssen jene vorweg indexiert werden. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen, geschieht jedoch automatisch im Hintergrund. Bei den Dateiformaten weist die Box eine erstaunlich gute Kompatibilität auf, im Test gab es keinen Dateityp, der nicht anstandlos abspielbar war. Auch die Audio- und Videoqualität kann sich bei entsprechenden Dateien durchaus sehen lassen. Es waren keine Ruckler zu bemerken und auch vorhandene Bildartefakte wurden auf ein Minimum reduziert.

Die Apps
Zusätzlich zu den Videoinhalten kann man auf der Boxee Box noch eigenständige Apps aufrufen. Das entsprechende Angebot ist bereits sehr groß und geht von Applikationen für verschiedene Blogs oder Websites bis hin zu verschiedenen Videostreaming-Diensten. Eltern, die die Box als ideales Weihnachtsgeschenk für ihre Kinder ins Auge fassen, seien vorgewarnt: Neben harmlosen Applikationen findet man nach dem Deaktivieren der Kindersicherung standardmäßig auch eine App der Pornoseite YouPorn.

Da das Betriebssystem der Box auf Linux basiert und im Rahmen der Apps auch eigene Repositories hinzugefügt werden können, stehen Entwicklern alle Türen offen. Bei entsprechender Verbreitung der Box dürfte schon bald ein reichhaltiges Angebot von Drittanbieter-Applikationen vorhanden sein.

[[522:body / Die Apps der Boxee Box]]

Zusätzlich zu den Applikationen verfügt die Box noch über einen Web-Browser. Jener ist aufgrund der sperrigen Bedienung leider nicht zu empfehlen. Der Mauscursor wird im Browser mittels Richtungstasten auf der Fernbedienung bewegt, was auf Dauer eine sehr mühsame Art der Navigation ist.

Fazit
Für User, die größtenteils bereits vorhandene Videodateien über das Heimnetzwerk oder über eine externe Festplatte auf das eigene TV-Gerät bringen wollen, ist die Boxee Box eine gute Investition. Die hohe Kompatibilität bei den Dateiformaten, sowie die ansprechende Navigation durch die Inhalte haben im Test überzeugt. Abstriche muss man jedoch bei den Online-Streaming-Angeboten machen. Hier ist die Auswahl aktuell noch sehr dürftig und es bleibt abzuwarten, inwieweit sich dieser Umstand im Laufe der nächsten Monate entwickelt.

Ein neues Spielzeug dürften jedoch Tüftler mit der Box finden. Das Linux-basierte Betriebssystem erlaubt das Installieren verschiedenster Applikationen, was der Box ein großes Potenzial verleiht. Dadurch könnte die Box zur Download-Maschine, Medien-Server oder auch zum Musik-PC umfunktioniert werden.

Die Boxee Box ist aktuell im Handel für 229 Euro erhältlich.

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(Thomas Prenner)


Links:
boxee.tv
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