Netzpolitik
26.05.2018

Chaos Computer Club bezeichnet Microsoft Word und Skype als Spyware

Die Microsoft-Programme würden unnötig viele Verbindungen zu den Unternehmens-Servern aufbauen, kritisiert der Sprecher des CCC.

Frank Rieger, Sprecher des deutschen Hacker-Vereins Chaos Computer Clubs ( CCC) kritisiert auf Twitter die Datensammelwut von Microsofts Office-Anwendungen scharf. Nur damit die Programme starten, benötigen Microsoft Word und Skype nicht weniger als 31 Verbindungen mit Microsoft- beziehungsweise Skype-Servern, schreibt Rieger.

Er kritisiert, dass die Option, keine Diagnose-Daten mehr an Microsoft zu übermitteln, abgedreht wurde. Deaktiviert man das Senden dieser Daten, wird Word automatisch geschlossen. Ohne explizit genannt zu werden, handelt es sich vermutlich um die Word-Version aus dem Office-365-Paket.

Software-Hersteller sollten dazu angehalten werden, genau aufzuschlüsseln, welche Daten sie an ihre Server übertragen, schreibt Rieger: "Es kann nicht sein, dass jede 'Productivity'-Software zur Spyware wird". Außerdem, so glaubt der CCC-Sprecher, verstöße diese Vorgehensweise gegen die erst kürzlich in Kraft getretene europäische Datenschutzgrundverordnung DSGVO.

Windows 10 als Datensammler

Das Betriebssystem wurde bereits in der Vergangenheit immer wieder dafür kritisiert, eine ungewöhnlich hohe Zahl an Daten zu erheben und an den US-Konzern zu übermitteln.

Microsoft versuchte dieser Kritik entgegenzusteuern und den Usern mehr Kontrolle über ihre Daten zu geben. Datenschützer kritisieren allerdings, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen würden.