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Netzpolitik
05/02/2019

Cyberangriff auf österreichischen Baukonzern Porr

Die IT-Infrastruktur des Unternehmens wurden von Schadsoftware befallen, interne Daten seien aber nicht gefährdet.

Der Baukonzern Porr ist heute, Donnerstag, Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Attacke dauert an, betroffen ist die Kommunikation des Unternehmens, also die Telefonie und der Mailverkehr, wie man in einer Presseaussendung mitteilte.

Der Angriff ist auf die gesamte Firma gerichtet, Unternehmensdaten seien nicht betroffen, so Porr in einer Aussendung. Das Virus sei jedenfalls erkannt und entfernt worden. Wann alles wieder läuft, sei aber noch offen. Wie es die Schadsoftware in die Systeme des Unternehmens geschafft hätte, sei ebenfalls unklar, wie Porr auf Anfrage der futurezone mitteilte. Die verantwortlichen Behörden wurden informiert.

Ob der Angriff auf Porr mit dem größeren Cyberangriff auf das deutsche Internet-Infrastrukturunternehmen Citycomp in zusammenhängt, kann aktuell weder dementiert noch bestätigt werden.

Mehr Cybercrime

Die Zahl der Tatbestände von Cybercrime "im engeren Sinne" ist österreichweit von 2.630 im Jahr 2016 auf 3.546 im Jahr 2017 angestiegen. Das berichtete das Bundeskriminalamt ( BK) im September 2018. Das entspricht "einem Anstieg um 34,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr", schrieb das BK.

Unter Cybercrime im engeren Sinne versteht man Straftaten, bei denen Angriffe auf Daten oder Computersysteme unter Ausnutzung der Informations- und Kommunikationstechnik begangen werden (z.B. Hacking, Datendiebstahl). Zählt man "klassische" Delikte wie Erpressung, Betrug oder Mobbing dazu, die nun mit Hilfe von elektronischen Medien begangen werden, wurden der Polizei im vergangenen Jahr 16.804 Anzeigen gemeldet. Dies gleicht laut BK einer Zunahme von 28,2 Prozentpunkten.

Seit 2014 werden vom Cybercrime Competence Center (C4) des BK kontinuierliche Anstiege im Bereich der Computerkriminalität verzeichnet. Einen überdurchschnittlichen Anstieg gab es 2017 bei Datenbeschädigung mit 1.184 angezeigten Fällen (80,5 Prozent), Datenfälschung mit 231 angezeigten Fällen (66,2 Prozent) und betrügerischem Datenverarbeitungsmissbrauch mit 1.055 angezeigten Fällen (29,3 Prozent).