Netzpolitik
22.02.2015

Cyberwar: Österreichische Soldaten trainieren in Estland

Das österreichische Bundesheer wird das Erkennen und die Abwehr von Cyberangriffen künftig in Estland trainieren. Das gab das Verteidigungsministerium bekannt.

Ein entsprechendes Übereinkommen wurde von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) und seinem estnischen Amtskollegen Sven Mikser beim Verteidigungsministertreffen in Riga unterzeichnet, wie das Ressort am Sonntag via Aussendung mitteilte. „Der digitale Raum hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Kriegsschauplatz entwickelt. Wir müssen die Bedrohungen, die hier auf uns lauern, ernst nehmen und die passenden Antworten parat haben“, so Klug.

Übungsanlage in Estland

Estland betreibe mit der sogenannten „Cyber Defense Exercise Range“ eine der modernsten digitalen Übungsanlagen in ganz Europa, so das Ministerium. Simulationsprogramme ermöglichen etwa das Einspielen von Viren, Serverattacken oder Trojaner die realitätsnah bekämpft werden können. Die gemeinsame Ausbildung sei ein weiterer Schritt um die Cyber-Defence-Ausbildung zu vereinheitlichen und das Niveau europaweit zu steigern. Estland werde dadurch zu einem zentralen Partner Österreichs beim Aufbau einer Cyber-Verteidigung.

Österreich hatte bereits im Mai 2014 als erstes Nicht-NATO-Land ein Abkommen unterzeichnet, um an der Abwehr gegen Attacken aus dem Internet teilzunehmen. Das entsprechende NATO-Kompetenzzentrum befindet sich in der estnischen Hauptstadt Tallinn.