Netzpolitik
26.08.2013

Datenschützer rät zu deutschen E-Mail-Diensten

Der bekannte deutsche Datenschützer Thilo Weichert sprach sich in einem Interview mit der dpa gegen die Nutzung von US-Internetdiensten aus. Mit europäischen oder deutschen Anbietern sei man sicherer unterwegs, man solle jedoch generell sparsamer mit Daten umgehen.

Schleswig-Holsteins oberster Datenschützer, Thilo Weichert, hat angesichts der Spähaffären des US-amerikanischen Geheimdienstes dazu geraten, deutsche oder europäische E-Mail- und Internetdienstleister zu nutzen. Diesen Ratschlag könne man schon geben, sagte der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Dies liege unter anderem daran, dass deutsches Datenschutzrecht besonders klar und die Datenschutzaufsicht so flächendeckend wie in kaum einem anderen Land sei.

Alternativen bei Suchmaschinen
„In dem Augenblick, wo die Sachen in den USA sind, werden sie definitiv von NSA und dann in der Folge von CIA, FBI, DEA und wie sie alle heißen möglicherweise weiterverwendet." Das Sammeln und Auswerten von Datenmassen - Big Data - ist heute (Montag) Thema der Sommerakademie des Landeszentrums.
Weichert nannte als gute Beispiele die Maildienste von United Internet wie web.de oder gmx.de beziehungsweise T-Online von Telekom, die ihre Mails jetzt verschlüsseln.

„Wenn ich hingegen Google-Mail nutze, dann gehe ich sicher, dass diese Daten in den USA gespeichert werden und dann von der NSA mitgeloggt werden können." Und auch bei den Suchmaschinen gebe es Alternativen zu Google, sagte Weichert. „Etwa den von uns zertifizierten Dienst ixquick oder auch duckduckgo, die sich verpflichtet haben, keine Nutzerdaten zu sammeln."

Sparsamer mit Daten umgehen
Der beste Weg, sich gegen die Datensammelwut aus dem Internet zu schützen, sei aber immer noch, Datensparsamkeit zu pflegen. Denn viele der Daten, die beispielsweise in Blogs oder sozialen Medien wie Facebook hinterlassen werden, verraten viel über den Einzelnen. „Sie lassen sich zu beliebigen Zwecken nutzen, beispielsweise für Werbe- aber eben auch für Geheimdienstzwecke", sagte Weichert.

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