Netzpolitik
02/01/2012

EU: Roaming-Gebühren sollen weiter sinken

Ein Vorstoß des EU-Parlaments könnte Mobilfunk-Roaming in Zukunft deutlich billiger machen. Die neuen Grenzen sollen noch niedriger ausfallen, als bereits 2011 vorgeschlagen wurde. Experten sehen einen ersten Schritt zu einem Europa ohne Roaming-Gebühren.

Wie Reuters berichtet soll der neue Vorschlag darüber hinausgehen, was EU-Kommisarin Neeli Kroes bereits 2011 gefordert hat. Anstatt maximal 24 Cent pro Gesprächsminute und 50 Cent pro MB Datenroaming sehen die neuen Pläne eine Obergrenze von 15 Cent pro Minute und 20 Cent pro MB vor. Die Einschränkungen würden die Netzbetreiber treffen, Roaming macht derzeit rund fünf Prozent ihrer Verkäufe und sieben Prozent vom Betriebsergebnis aus. „Die zusätzliche Kürzung der Roaming-Gebühren wäre für die Mobilfunker eine böse Überraschung, aber keine Katastrophe“ wie eine Expertin der Investment Bank Raymond James festhält.

Aus Deutschland kommt der Vorschlag, Roaming-Gebühren ganz abzuschaffen. So erklärt CSU-Politikerin Angelika Niebler in einem Interview: „Wenn wir einen vereinten Markt haben sollten, sollte es sowas wie Roaming-Gebühren nicht geben.“ Ein Insider aus der Telekommunikations-Branche vermutet gegenüber Reuters, dass die neuen Einschränkungen bereits ein erster Schritt in ein Europa ohne Roaming-Gebühren sein könnten.

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