Netzpolitik
07.10.2016

Facebook will auch USA mit "kostenlosem Internet" versorgen

Das Online-Netzwerk will seinen „Free Basics“-Dienst, der kostenlos Zugang zu ausgewählten Diensten und Websites gewährt, auch in den USA starten.

Facebook verhandle dazu mit der US-Regierung und Mobilfunkanbietern, berichtet die „Washington Post“. „Free Basics“ solle es US-Bürgern mit niedrigem Einkommen ermöglichen, auf Nachrichten-, Gesundheits- und Jobangebote zuzugreifen, heißt es in dem Bericht weiter.

Umstritten

Der Dienst ist umstritten. In Indien schob die Regulierungsbehörde „Free Basics“ einen Riegel vor, weil sie darin einen Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität sieht, das die Gleichbehandlung aller Dienste und Daten im Netz vorsieht. Websites und Dienste, die von dem Angebot nicht umfasst sind, würden benachteiligt, heißt es. Facebooks Vorstoß dürfte auch in den USA für Diskussionen sorgen.

Zero-Rating

Facebook will laut der „ Washington Post“ erreichen, dass ausgewählte Angebote von Mobilfunkbetreibern nicht auf das verbrauchte Datenvolumen angerechnet werden. Ob und unter welchen Bedingungen die „Zero Rating“ genannte Praxis von den Regulierungsbehörden toleriert werden könnte, wird in den USA gerade geprüft. „Free Basics“ ist Teil von der von Facebook-Gründer Zuckerberg ins Leben gerufenen Initiative Internet.org, die Menschen aus entlegenen Gebieten ins Internet bringen und wohl auch mit dem eigenen Online-Netzwerk vertraut machen soll. Derzeit wird "Free Basics" in 49 Ländern weltweit angeboten.