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Twitter
12/27/2011

Firma klagt wegen Follower-Diebstahl

Ein Unternehmen klagt einen ehemaligen Mitarbeiter, der ein Firmen-Twitter-Konto mit 17.000 Followern als sein eigenes weitergeführt hat. Der Prozess könnte für einen Präsenzfall zur Wertangabe von Social-Media-Kontakten werden – das Unternehmen will 2,50 US-Dollar pro Twitter-Follower pro Monat als Schadensersatz.

Die Firma PhoneDog verklagt den ehemaligen Mitarbeiter Noah Kravitz. Diese hatte vier Jahre lang für den Online-Mobiltelefon-Händler einen Blog mit News und Video-Tests betreut und unter dem Namen @PhoneDog_Noah getwittert. Im Oktober 2010 verließ er das Unternehmen und änderte seinen Twitter-Namen in @noahkravitz. Laut ihm geschah dies in Einverständnis mit PhoneDog. Zu diesem Zeitpunkt hatte er 17.000 Follower, mittlerweile sind es über 22.000.

Jetzt klagt PhoneDog Noah Kravitz. Sie begründen die Klage damit, dass es sich bei den Twitter-Followern um eine Kundenliste handle, die Kravitz entwendet und damit Firmengeheimnisse veruntreut hat. Außerdem soll er den Ruf des Unternehmens geschädigt haben. Als Schadensersatz verlangt PhoneDog 340.000 US-Dollar. Dieser Betrag ergibt sich laut der Anklageschrift aus 2,50 US-Dollar pro Follower über einen Zeitraum von acht Monaten. Wie PhoneDog auf diesen Betrag kommt, ist nicht bekannt. Gegenüber der New York Times gab PhoneDog folgendes Statement ab: „Die Kosten und Mittel, die PhoneDog Media investiert hat, um die Zahl seiner Follower zu erhöhen und das Markenbewusstsein durch Social Media aufzubauen, sind erheblich und als Leistung von PhoneDog Media LLC zu betrachten. Wir beabsichtigen unsere Kundenlisten, vertrauliche Informationen, geistiges Eigentum, Warenzeichen und Marken aggressiv zu schützen.“

Racheakt des Unternehmens
Laut Kravitz hat die Klage einen anderen Hintergrund. Da er ein Partner war, stehen ihm 15 Prozent der Werbeeinnahmen aus dem Blog von PhoneMedia zu, die er eingefordert hat. Auch sollen noch Zahlungen für seine Tätigkeit als Videotester und Blogger ausstehen.

Für die Anwälte ist dieser Fall besonders interessant. Es könnte dabei nicht nur ein Präsenzfall entstehen, der den Wert von Twitter-Followern und Kontakten auf Social-Media-Plattformen bestimmt, sondern auch, wen die Twitter-Kontakte gehören. In diesem Fall ist dies schwierig zu bestimmen, da sowohl der Name des Unternehmens als auch der twitternten Person im ursprünglichen Namen des Kontos zu finden waren. Wenn PhoneDog beweisen kann, dass Kravitz angestellt wurde, um das Twitter-Konto zu erstellen und zu betreuen, stehen Kravitz Chancen schlecht. Hat Kravitz dies jedoch aus eigener Initiative heraus gemacht, könnte er den Prozess gewinnen.