Netzpolitik
10.10.2013

Glenn Greenwald kündigt weitere Enthüllungen an

Nach den Berichten über die Spionage des US-Geheimdiensts NSA in Brasilien hat der Journalist Glenn Greenwald weitere Enthüllungen zu Frankreich und Spanien angekündigt.

Alles was Glenn Greenwald über die Spionage in Brasilien und nun über Frankreich und Spanien habe, werde er gemeinsam mit Zeitungen in diesen Ländern veröffentlichen, sagte der US-Journalist der britischen Zeitung "The Guardian" am Mittwoch in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia vor einem Untersuchungsausschuss des Parlaments, der den Vorwürfen gegen die NSA nachgeht.

"Wir machen Journalismus mit hohem Risiko (...). Ich werde diese Art Journalismus weiter machen bis zur Veröffentlichung des letzten Dokuments", sagte Greenwald, der von dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden eine riesige Menge hochbrisanter Dokumente zur Tätigkeit der NSA erhalten hatte. Auf die Frage, warum er die Dokumente nur nach und nach veröffentlichte, antwortete der Journalist, es brauche Zeit, die Dokumente zu verstehen, doch sei er bemüht, die Öffentlichkeit so rasch wie möglich zu informieren.

Kontakt zu Snowden

Der Journalist, der im brasilianischen Rio de Janeiro lebt, erklärte, er stehe in dauerhaftem und fast täglichem Kontakt mit Snowden, der sich derzeit an einem unbekannten Ort in Russland aufhält. Der US-Computerspezialist hatte mit Enthüllungen über die weitreichende Überwachung der Telefon- und Internetkommunikation durch die NSA und den britischen Geheimdienst weltweit für Aufsehen und Empörung gesorgt. Bei den Enthüllungen arbeitete er von Anbeginn eng mit Greenwald zusammen.

Brasilianische Medien hatten in den vergangenen Wochen auf der Grundlage von Dokumenten Greenwalds enthüllt, dass die NSA nicht nur die Kommunikation von Präsidentin Dilma Rousseff und ihrer Mitarbeiter, sondern auch von Unternehmen wie dem Ölkonzern Petrobras und Millionen brasilianischer Bürger überwachte. Rousseff sagte deswegen eine Reise nach Washington ab. Am Mittwoch kündigte sie an, im April 2014 in Rio de Janeiro eine internationale Konferenz über die Regulierung des Internets abhalten zu wollen.