Netzpolitik
19.12.2014

Google: Hollywood will das Internet zensieren

Der US-Filmverband MPAA soll Staatsanwälte und Internetanbieter unter Druck gesetzt haben, gegen Google vorzugehen. Die MPAA antwortet auf die Google-Kritik recht deutlich.

Der Internet-Konzern Google hat den US-Filmverband MPAA sowie den Generalstaatsanwalt von Mississippi heftig kritisiert. Kürzlich geleakte E-Mails, die im Rahmen des Sony-Hacks erbeutet und "The Verge" zugespielt wurden, machten Pläne für das "Project Goliath" publik. Dabei versuchten die Filmstudios, Staatsanwälte und Internetanbieter unter Druck zu setzen, sodass diese gegen Google vorgehen und Inhalte sperren lassen. Der Internet-Konzern würde laut der MPAA illegale Downloads von urheberrechtlich geschützten Inhalten unterstützen.

"Warum heimliche Zensur?"

Kent Walker, Leiter der Rechtsabteilung von Google, verurteilte das Vorgehen der Filmstudios scharf. Man zeige sich "zutiefst besorgt" und wies auf die Proteste gegen das umstrittene SOPA-Gesetz hin. Walker führt an, dass die MPAA selbst als oberstes Ziel hat, "den ersten Verfassungszusatz und die Rechte der Künstler auf freie Meinungsäußerung zu stärken und verteidigen." "Warum, frage ich, versucht sie dann heimlich das Internet zu zensieren?", so Walker.

"Keine Lizenz zum Stehlen"

Die Antwort der MPAA ließ nicht lange auf sich warten. "Googles Versuch, sich als Verteidiger der Redefreiheit darzustellen, ist beschämend. Redefreiheit sollte niemals als Schutzschild für illegale Aktivitäten dienen und das Internet hat keine Lizenz zum Stehlen.", so ein Sprecher gegenüber "The Verge". Der Blogpost sei nur ein Versuch, von wichtigen Ermittlungen abzulenken. So würde die Google-Suche auch anderes illegales Verhalten ermöglichen und unterstützen, wie zum Beispiel "Drogen- und Menschenhandel, Dokumentenfälschung und der Diebstahl geistigen Eigentums." Dazu arbeite man auch mit Behörden zusammen.