Netzpolitik 12.01.2015

Großbritannien könnte bald WhatsApp verbieten

Die Überwachungspläne der Briten gehen soweit, dass verschlüsselte Nachrichten, die über WhatsApp gesendet werden, bald der Vergangenheit angehören können.

Gewinnt Premierminister David Cameron die nächsten Wahlen, könnten Messenger wie WhatsApp sowie Apples iMessage oder FaceTime künftig in Großbritannien den Überwachungsgesetzen zum Opfer fallen, wie der "Independent" berichtet. Nach dem Attentat in Paris sagte der Premierminister: „Wollen wir in unserem Land wirklich Kommunikation zulassen, die wir nicht lesen können?“ Das britische Schnüffelgesetz soll ein Update bekommen, wonach die Befugnisse der Behörden ausgeweitet werden sollen, um die Kommunikation im Internet mitzulesen.

WhatsApp, iMessage und FaceTime verschlüsseln die Kommunikation ihrer Nutzer aber, auch Behörden können sie nicht mitlesen. Die Verschlüsselung wurde nach den Enthüllungen von Edward Snowden verstärkt bei vielen IT-Unternehmen eingesetzt. Der Schutz der Privatsphäre wurde für viele Teil ihres Geschäftsmodells. Auch Web-Mail-Anbieter Web.de und GMX arbeiten aus diesem Grund an einem neuen Verfahren zur Integration der Verschlüsselung in ihre Angebote. Bürgerrechtsorganisationen kritisieren die Pläne des Premierministers bereits und fordern, dass Tools, die die Privatsphäre schützen, nicht im Namen der Sicherheit geopfert werden dürfen.

(futurezone) Erstellt am 12.01.2015