REFORM
11/05/2010

Großbritannien will Copyright überarbeiten

Erweiterte Nutzungsmöglichkeiten für geschützte Inhalte geplant

Der britische Premierminister David Cameron will das britische Copyright überarbeiten und die Nutzungsmöglichkeiten geschützter Inhalte ohne Einwilligung der Rechteinhaber nach dem Vorbild des US-amerikanischen "Fair Use"-Modells erweitern. Das kündigte Cameron laut der BBC am Donnerstag bei einer Veranstaltung in London an, bei der auch Investitionen der US-Technologieunternehmen Facebook und Google bekannt gegeben wurden.

Vorschläge bis April

Unternehmen wie Google hätten in Großbritannien nicht gegründet werden können, sagte Cameron. Das rigide britische Copyright-System würde Innovationen verhindern. Die britische Regierung will nun in den kommenden sechs Monaten Vorschläge für eine Reform des Copyrights erarbeiten. Im April sollen konkrete Vorschläge präsentiert werden, so Cameron. Dabei sollen auch Hürden für internetbasierende Geschäftsmodelle beseitigt und etwa der Erwerb von Lizenzrechten erleichtert werden, kündigte Cameron weiter an.

In Großbritannien wurde im vergangenen April mit den Stimmen der damals regierenden Labour-Partei und Camerons Konserativen der umstrittene "Digital Economy Bill" beschlossen. Das umstrittene Gesetz sieht Warnbriefe nach wiederholten Urheberrechtsverletzungen vor und machte auch den Weg für Netzsperren nach französischem Vorbild frei.

Bürgerrechtler begrüßen Ankündigung

Britische Internetaktivisten und Bürgerrechtsgruppen begrüßten Camerons Ankündigungen. Im "Digital Economy Bill" würden Nutzerrechte kaum berücksichtigt, sagte ein Vertreter der Open Rights Group. Eine Korrektur des Gesetzes sei längst überfällig.

(futurezone)

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BBC-Bericht