Netzpolitik
20.05.2013

Iran drosselt Internet

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl, die nächste Woche stattfindet, haben iranische Behörden begonnen, das Internet verstärkt zu überwachen. Beobachter berichten, dass viele Online-Services merklich langsamer funktionieren.

Eine iranische Zeitung schreibt, das Internet liege im Koma. Die Regierung versucht mit Überwachungsmaßnahmen die Stimmung im Volk ruhig zu halten. Bei den Wahlen 2009 ist es nach Absprachen über soziale Medien und andere Webdienste zu schweren Ausschreitungen gekommen. Das soll sich dieses Jahr anscheindend nicht wiederholen.

Zeugen
Internetnutzer aus dem Iran berichten, dass die Datenübertragung seit einigen Tagen plötzlich merklich langsamer geworden ist, wie phys.org berichtet. An Medien-Downloads etwa sei derzeit überhaupt nicht zu denken. Selbst das Abrufen von E-Mails gestalte sich schwierig. Auch das Umgehen der Zensurmaßnahmen im Netz ist jetzt schwieriger als noch zu Anfang des Monats, weil die Regierung offenbar einige Lücken in ihren Filtern gestopft hat. Offiziell bestreiten die iranischen Behörden, dass die langsameren Verbindungen etwas mit der Wahl zu tun haben.

Ein von der Regierung angebotenes VPN-Service funktioniert noch mit akzeptabler Geschwindigkeit, erlaubt aber nur Zugang zu von der Regierung abgesegneten Inhalten. Das Angebot gilt als erster Schritt zu einem iranischen Internet, das Usern im Land nur noch Zugang zu von offizieller Seite kontrollierten Inhalten bieten soll.

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