Netzpolitik
10.01.2017

Italien prüft Vergleich im Steuerstreit mit Google

Die italienischen Behörden prüfen im Steuerstreit mit Google einem Insider zufolge ein Vergleichsangebot.

Der Vorschlag der Muttergesellschaft Alphabet sehe vor, mit einer Zahlung von 270 Millionen bis 280 Millionen Euro den Konflikt beizulegen, sagte eine mit dem Fall vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach legten die Google-Anwälte die Offerte kurz vor Weihnachten vor. Strittig sei aber, wie Umsätze zur Berechnung künftig verbucht würden. Außerdem solle sich der US-Internetkonzern verpflichten, in Italien Steuern abzuführen, sagte der Insider.

Die italienischen Steuerfahnder hatten Google vor einem Jahr vorgeworfen, zwischen 2009 und 2013 Steuern in Höhe von 227 Millionen Euro nicht gezahlt zu haben. Zudem drohten die Ermittler mit harten Strafen. Viele europäische Länder versuchen im Moment, ihre Gesetze zu ändern, um internationalen Konzernen das Verschieben von Gewinnen in andere Staaten zur Steuervermeidung zu erschweren. Der Google-Konkurrent Apple hatte bereits Ende 2015 eingewilligt, 318 Millionen Euro an das italienische Finanzamt zu zahlen. In dem Streit ging es um Steuern für einen Zeitraum von sechs Jahren.