Netzpolitik
21.08.2018

Kolumbianische Regierung zerstört Kokafelder mit Drohnen

Die kolumbianische Regierung setzt im Kampf gegen Drogenproduzenten auf unbemannte Flugobjekte.

Die Drohnen werden für die Einsätze in den Kokaanbaugebieten mit Herbiziden beladen, die Kokapflanzen abtöten, wenn sie auf den Feldern ausgebracht werden. Die Behörden nutzen die Drohnen, um die Plantagen in unwegsamem Gelände aufzuspüren und dann direkt zu zerstören, wie die BBC berichtet. Der Schaden für die angrenzende Vegetation soll so auf ein Minimum beschränkt werden.

Kritiker monieren, dass die Regierung eine technische Lösung für ein Problem suche, das eigentlich politisch angegangen werden sollte. Die Drohnen werden von der Firma Fumi Drones SAS bereitgestellt, die auch die Ausbildung der Polizisten übernimmt. Laut dem Produzenten konnten die Drohnen bei Tests 90 Prozent der Kokapflanzen auf einer Fläche von 0,5 Hektar zerstören.

Glyphosat

In einem ersten Testlauf wurden zehn Drohnen eingesetzt. Die Fluggeräte wiegen jeweils 23 Kilogramm und wurden im Test mit dem Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat beladen. Die Drohnenflotte ist Teil eines Programms des kolumbianischen Präsidenten Iván Duque, der die Ausrottung der Kokainproduktion versprochen hat. Die Anbaufläche in Kolumbien hat laut US-Daten 2017 ein neues Rekordmaß erreicht.

Ein Programm zur großflächigen Glyphosatausbringung aus der Luft von Duques Vorgänger Juan Manuel Santos wurde 2015 eingestellt, weil die WHO vor möglicher karzinogener Wirkung des Herbizids warnte. Seither hat sich die Meinung der WHO diesbezüglich gewandelt: Es sei unwahrscheinlich, dass Menschen durch die Aufnahme über Nahrungsmittel einem höheren Krebsrisiko ausgesetzt würden. Die Drohnen sollen die Verunreinigung der Umwelt zudem durch die Ausbringung aus geringer Höhe begrenzen.