Netzpolitik
07.09.2016

Kuba blockiert SMS, die das Wort "Demokratie" enthalten

Eine Analyse hat ergeben, dass die kubanische Regierung SMS, die bestimmte Wörter enthalten, blockiert. Zu den unerlaubten Begriffen gehören "Demokratie" und "Menschenrechte".

In Kuba gibt es eine schwarze Liste mit mindestens 30 Wörtern, die wenn sie in einer SMS vorkommen zur Blockade der Textnachricht führen, wie Menschenrechtler herausgefunden haben. Alle SMS, die Wörter wie "Demokratie", "Menschenrechte" oder "Hungerstreik" enthalten, werden in Kuba blockiert, wie theverge berichtet. Auch einzelne Namen von Dissidenten oder oppositionellen Gruppierungen führen dazu, dass Textnachrichten ihren Empfänger nicht erreichen. Der Absender bekommt davon nichts mit, bei ihm scheinen die Nachrichten als "versendet" auf.

Telekom-Dienste sind in Kuba seit jeher streng reguliert. Nur etwa fünf Prozent der Bevölkerung verfügt über einen eigenen Internetanschluss. Webseiten und Medien werden von der Regierung zensiert. Seit die Beziehungen zu den USA besser geworden sind, gibt es Bestrebungen, bessere Internetanbindungen zu schaffen. In einem Pilotprojekt sollen einige Haushalte in Havanna Breitbandzugänge bekommen, auch die Einrichtung von 35 über die Insel verteilten WLAN-Hotspots wurde angekündigt. Die Mobiltelefonverbreitung ist die niedrigste in Lateinamerika. Ende 2014 verfügten 22 Prozent der Bevölkerung über Handys, allerdings in den meisten Fällen ohne Internetzugang.