Netzpolitik
28.01.2018

Litauen hat Kaspersky-Software verbannt

Litauen hat die Bereinigung seiner Behörden-Systeme von Kaspersky-Software abgeschlossen. Kaspersky steht im Verdacht für die russische Regierung zu spionieren.

In Litauen haben öffentliche Behörden und bestimmte private Unternehmen die Benutzung von Sicherheitslösungen des russischen Herstellers Kaspersky ausgesetzt. "Alle Manager kritischer Informationsinfrastrukturen verwenden diese Software nicht mehr oder haben sie entfernt", sagte der Leiter des staatlichen Zentrums für Cybersicherheit, Rytis Rainys, am Samstag der Agentur BNS.

Die Regierung in Vilnius hatte Ende 2017 den Einsatz der Software untersagt. Sie könnte die nationale Sicherheit gefährden, hieß es damals zur Begründung. Betroffen von dem Verbot sind staatliche Stellen, aber auch private Unternehmen bestimmter Wirtschaftssektoren, wie etwa der Finanz-, Energie- und Transportbranche.

Auch in anderen Ländern verbannt

Litauen ist nach den USA und Großbritannien das dritte Land, das vor dem Einsatz von Kaspersky-Software warnt oder diese sogar verbietet. Der russische Konzern ist auf Sicherheits- und Anti-Viren-Programme spezialisiert. Die Software wird auch in Deutschland häufig genutzt.

Kaspersky hatte nach der Entscheidung der litauischen Regierung eine Prüfung juristischer Schritte angekündigt. Andere Anbieter wiederum verzeichnen seitdem ein verstärktes Interesse an ihren Cyber-Sicherheitslösungen in Litauen, wie die Wirtschaftszeitung "Verslo zinios" berichtete.