Netzpolitik
19.11.2018

Mehr als zwei Millionen unterschreiben online gegen Upload-Filter

Die Petition gegen geplante Upload-Filter in der EU-Urheberrechtsnovelle hat eine neue Rekordzahl an Unterschriften erreicht.

2.316.917 Menschen setzen sich bereits gegen EU-Uploadfilter ein. Upload-Filter sind technische Maßnahmen, mit denen Online-Plattformen während des Hochladens von Nutzerinhalten wie Bilder, Texte, Videos oder Musik prüfen, ob Material urheberrechtlich geschützt ist oder nicht.

Am Samstag hat die Petition von savetheinternet.info, die sich gegen die geplante Direktive über das Urheberrecht im Digitalen Binnenmarkt und deren Gefährdung des freien Internets richtet, diese Zahl geknackt. Zur Zeit wird die Reform im Trilog behandelt. Im Rahmen dieser Verhandlungen zeigt sich jedoch, dass die Reform vor allem den Medienkonzernen zu Gute kommt und die kleinen Künstler benachteiligt werden.

"Die Urheberrechtsindustrie hat zusammen mit den großen Medienkonzernen ein Lobbygesetz auf den Weg gebracht. Auf der anderen Seite steht beispielsweise Google, ebenfalls mit großem finanziellen Interesse. Unsere Petition zeigt aber, wie groß auch das Interesse des normalen Nutzers ist, der in diesem Prozess viel zu wenig beachtet wurde. Wir sind die Lobby des normalen Nutzers“, erklärt Dominic Kis, Pressesprecher der Initiative.

Schwenk der YouTube-Chefin

Vergangene Woche wurde bekannt, dass sich YouTube-CEO Susan Wojcicki sich öffentlich für verpflichtende Uploadfilter eingesetzt hatte und zwar bei einem Treffen mit EU-Abgeordneten in Straßburg. Das berichtet die EU-Abgeordnete Julia Reda, die kommentiert: „Dass YouTube nun offen für verpflichtende Uploadfilter wirbt, ist nicht überraschend. YouTube hat mit ContentID bewiesen, dass sie durchaus in der Lage sind, solche Filter für bestimmte Inhaltearten wie Musik zu entwickeln. Wenn nun der gesamte Markt verpflichtet würde ähnliche Filter einzusetzen, hätte YouTube nicht nur einen Vorsprung in der Entwicklung dieser Technologien, sondern könnte zusätzlich auch noch seine Filter an kleinere Plattformen verkaufen“, so Reda in einer Aussendung.

Das war insofern erstaunlich, als dass Wojcicki zuletzt in einem offenen Brief noch Anbieter von Videoinhalten auf der Google-Plattform dazu öffentlich aufrief, gegen Upload-Filter zu protestieren. Sie sollten sich darüber informieren, wie der umstrittene Artikel 13 der geplanten Urheberrechtsrichtlinie ihre YouTube-Kanäle betreffen werde „und sofort handeln“, schrieb sie in ihrem vierteljährlichen Brief an Autoren am Montag.