Netzpolitik
09.01.2014

Miliz Al-Shabaab will in Somalia das Internet verbieten

Wer das Internet in Somalia nutze, werde als Feind behandelt. Die radikale Miliz befürchtet, im eigenen Land über das Internet ausspioniert zu werden.

Radikale Islamisten haben in Somalia einen Feldzug gegen das Internet begonnen. Die berüchtigte Miliz Al-Shabaab erklärte am späten Mittwochabend, „der Gebrauch des Internets auf Mobiltelefonen und durch Glasfaser-Technologie im ganzen Land“ werde „verboten“. Wer das ignoriere, werde so behandelt, als wenn er mit dem Feind zusammenarbeite.

Bemühungen um Ausbau

Offenbar befürchtet die Gruppe, in dem Krisenland online ausspioniert zu werden. Alle Firmen, die in dem Sektor tätig seien, hätten 15 Tage Zeit, ihre Dienstleistungen und Angebote einzustellen, hieß es in der im Rundfunk verbreiteten Botschaft. Der größte Anbieter Hormuud Telecom hatte Ende 2013 angekündigt, Somalia mit südafrikanischer Hilfe an das um Afrika verlaufende Glasfaser-Seekabel anzuschließen.

Rekrutierung im Internet

Die Miliz versucht seit Jahren, in dem Land am Horn von Afrika einen Gottesstaat auf Grundlage der islamischen Rechtsprechung Scharia einzuführen. Sie beherrscht vor allem Teile im Süden und im Zentrum des Landes und verübt regelmäßig blutige Anschläge in der Hauptstadt Mogadischu. Zur Rekrutierung neuer Kämpfer und zur Verbreitung von Bekennerschreiben hat die Gruppe bisher selbst regelmäßig Internetdienste genutzt.