Netzpolitik
28.02.2012

Mutmaßliche Anonymous-Mitglieder verhaftet

Spanische Polizei berichtet von vier Festnahmen

Die spanische Polizei hat vier mutmaßliche Mitglieder der Internetgruppe Anonymous festgenommen. Zwei der Verdächtigen seien inhaftiert, ein weiterer gegen Kaution freigelassen worden und der vierte befinde sich aufgrund seiner Minderjährigkeit in der Obhut seiner Eltern, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ihnen wird vorgeworfen, im Internet persönliche Daten von Leibwächtern des spanischen Regierungschefs und von Mitarbeitern der Polizei veröffentlicht zu haben. Überdies sollen sie Internetseiten blockiert oder unberechtigt geändert haben.

Nach internationaler Fahndung

Der Zugriff erfolgte im Zuge einer internationalen Fahndung von Interpol, die bereits zur Festnahme von mutmaßlichen Hackern in anderen Ländern weltweit führte. Einer der in Spanien Festgenommenen soll den Angaben zufolge für die Verwaltung der Infrastruktur von Anonymous in Spanien und Lateinamerika zuständig gewesen sein. Er habe dazu Server in Tschechien und Bulgarien genutzt, hieß es. Ein weiterer Festgenommener wird verdächtigt, die bekanntesten Angriffe der Aktivistengruppe in Spanien organisiert zu haben.

Bei ähnlichen Festnahmen in der Vergangenheit hatten Mitglieder von Anonymous stets in Abrede gestellt, dass die Behörden zentrale Personen der Gruppierung erwischt hätten. Auch in Österreich wurden bereits mehrere Personen irrtümlich verdächtigt. Zuletzt hatte ein bewaffneter Polizei-Einsatz bei einem Unbeteiligten für Aufregung und Empörung gesorgt.

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