© Jakob Steinschaden

Datenschutz
01/25/2012

Norwegen verbietet Google Apps in Behörden

Die norwegische Datenschutz-Aufsichtsbehörde Datatilsynet hat in Norwegen den Einsatz von Google Apps in Unternehmen aus dem öffentlichen Sektor aus Datenschutzgründen verboten. Es sei nicht nachvollziehbar, wo sich die Daten befinden, wenn sie in der Cloud gespeichert werden.

In einer "Notice of Decision" (PDF in norwegisch) vom 16. Jänner heißt es, dass der Einsatz von Googles Cloud Services das Gesetz verletzten würde. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt allerdings unklar, ob diese Verordnung der norwegischen Datenschutz-Aufsichtsbehörde vor dem Gericht angefechtet wird.

Die Behörde begründet das Verbot von Google Apps in Firmen aus dem öffentlichen Sektor mit dem Patriot Act, unter dessen Deckmantel die US-Regierung Zugriff auf gespeicherte Daten erhält und zwar "egal, wo in der Welt sie sich befinden". So erklärte Gordon Frazer von Microsoft im Sommer bei der Präsentation von Office 365 in London, dass man Daten, die in der Cloud abgelegt sind, nicht vor der US-Patriot-Act schützen kann. Zudem würden betroffene Kunden würden davon nichts erfahren, wenn auf ihre Daten zugegriffen wird.

Dies würde klar gegen die norwegischen Datenschutzgesetze verstoßen, heißt es in der Begründung. Es sei nicht nachvollziehbar, wo sich die Daten befinden, wenn sie in der Cloud gespeichert werden. Das berichtete die "Financial Times" am Dienstag.

Ähnlicher Fall in Dänemark
Die Ursache der Untersuchung war eine Beschwerde eines Menschen gegen die Gemeinde von Narvik, eine kleine Stadt, die als erste Regierungseinrichtung in Norwegen auf Google Apps umsteigen wollten. Auch in Dänemarkt gab es vor kurzem eine ähnliche Entscheidung. Dort ging es um den Einsatz von Google Apps in einer Schule. In Dänemark wurde verboten, dass Lehrer Google-Dokumente dazu heranziehen, um Stunden zu planen und mit den Eltern zu kommunizieren, denn hier könnten sensible persönliche Daten betroffen sein.

In Österreich kommt Google Apps etwa an der Universität Salzburg zum Einsatz. Dort sind nicht alle Studenten damit glücklich. Studierende des Fachbereichs Computerwissenschaften haben bei der Einführung vor einem Jahr ebenfalls Datenschutzbedenken geäußert. "Es ist für uns nicht klar ersichtlich, welcher Gesetzgebung der Dienst unterliegt und was im Zweifelsfall mit unseren Daten passiert", so der Student Xaver Kienzerle vor einem Jahr gegenüber der futurezone.

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