Netzpolitik
08.11.2013

Polen schafft eigenes Verschlüsselungssystem

Ein Prototyp des Systems, das Staats- und Regierungsgeheimnisse schützen soll, wird erst in zwei Jahren erwartet.

Die polnische Regierung will eigene Verschlüsselungsgeräte und -algorithmen schaffen, die Staatsgeheimnisse schützen sollen, erfuhr die Zeitung "Rzeczpospolita" (Freitag). Ein Vertrag mit dem Nationalen Zentrum für Forschung und Entwicklung, welches das "geheime" Projekt leitet, hat demnach einen Umfang von 120 Millionen Zloty (28,83 Mio. Euro) und soll noch in November unterzeichnet werden.

Die Arbeit verschiedener Projektgruppen wird das im April vom Verteidigungsministerium geschaffene Nationale Zentrum für Kryptologie (NCK) koordinieren. An dem Unterfangen, das bereits im Dezember starten soll, beteiligen sich auch die Technische Militärakademie Warschau und der Geheimdienst Agentur für innere Sicherheit (ABW).

Geduld

Prototypen der Verschlüsselungsinstrumente sollen in zwei Jahren fertig sein. Der Chef des NCK, General Krzystof Bondaryk, erklärte im Gespräch mit der "Rzeczpospolita", dass ohne Wiederaufbau von Kompetenz der Streitkräfte auf dem Gebiet der nationalen Kryptologie der Modernisierungsplan der polnischen Armee scheitern werde. Die Vertreter der NCK betonen, dass, obwohl der Hauptnutznießer des Projekts vor allem die polnische Armee sein werde, die ganze nationale Sicherheit davon profitiere werde.

Antwort auf US-Abhörskandal

Laut der "Rzeczpospolita" ist die Initiative eine Antwort auf die internationalen Abhörskandale aus der letzten Zeit. Weltweit sollen US-amerikanische und britische Sicherheitsbehörden Mitglieder auch von befreundeten Regierungen, Unternehmen und Privatleute ausgespäht haben.