Netzpolitik
17.03.2015

NSA-Überwachung: Zustimmung unter US-Bürgern gering

Nur ein Drittel der US-Bürger glaubt, dass die Überwachungsprogramme der NSA dem öffentlichen Interesse dienen. Das Abhören anderer Länder findet aber eine knappe Mehrheit.

Viele Amerikaner sehen die Überwachungsprogramme des US-Geheimdienstes NSA zunehmend kritisch. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte repräsentative Umfrage des renommierten Pew-Instituts unter erwachsenen Internetnutzern. Neun von zehn der insgesamt 475 Befragten sagten, sie hätten von den Überwachungsprogrammen gehört (87 Prozent).

Von ihnen sind 61 Prozent mittlerweile weniger überzeugt davon, dass die Programme dem öffentlichen Interesse dienen. Das entspricht rund der Hälfte der Befragten. 37 Prozent derjenigen, die von der Überwachung gehört hatten, waren mehr überzeugt, dass diese im öffentlichen Interesse sei (knapp ein Drittel der Befragten insgesamt).

Für Terrorismus-Ermittlungen in Ordnung

Die Mehrheit der Befragten stört, dass die Kommunikation ganz normaler Amerikaner abgehört werden kann. Das Abhören einzelner Verdächtiger zur Bekämpfung von Terrorismus halten die allermeisten (82 Prozent) jedoch für akzeptabel. Das Abhören von Bürgern anderer Länder findet eine knappe Mehrheit (54 Prozent) in Ordnung.
Einige haben seit den Berichten auch ihr eigenes Verhalten im Netz geändert. Jeder zehnte Befragte vermeidet bestimmte Begriffe oder hat Apps deinstalliert. Weitergehende Programme zum Schutz der Privatsphäre, etwa Anonymisierungsdienste oder Mailverschlüsselung, setzen jedoch nur sehr wenige Amerikaner ein.