Netzpolitik 29.05.2018

Papua-Neuguinea sperrt Facebook für einen Monat

Drei Frauen in traditionellem Outfit in der Hauptstadt von Papua-Neuguinea, Port Moresby © Bild: AP / Eric Tlozek

Die Regierung von Papua-Neuguinea will Fake-Nutzer entdecken und die Auswirkungen von Facebook auf die Gesellschaft untersuchen.

Manche Menschen nehmen sich ja einen Monat Auszeit von Facebook als "Digital Detox"-Maßnahme. Den Bürgern von Papua-Neuguinea wird eine solche Pause von der Regierung verordnet. Das südostasiatische Land sperrt vier Wochen lang den Zugang zu dem Social Network komplett. Der Guardian zitiert Kommunikationsminister Sam Basil zu den Gründen: "Wir werden die Zeit nutzen, um Nutzer zu identifizieren, die sich hinter Fake-Konten verstecken, Nutzer, die pornografische Bilder hochladen und Nutzer, die falsche oder irreführende Informationen verbreiten. Wir werden sie ausfiltern und entfernen."

Außerdem sollen während der Auszeit die Auswirkungen von Facebook auf die Gesellschaft genauer untersucht werden. "Die Regierung wurde von der IT-Globalisierung mitgeschwemmt und hatte niemals die Chance, die Vor- und Nachteile von Facebook herauszufinden und Nutzer aus Papua-Neuguinea über Social Networks wie Facebook aufzuklären." Besorgt sei Basil vor allem aufgrund des Datenskandals rund um Cambridge Analytica. Auch Mark Zuckerbergs Anhörungen vor dem US-Kongress habe er aufmerksam mitverfolgt.

"Diese zwei Vorgänge zeigen uns die Verwundbarkeit der persönlichen Daten der Bürger von Papua-Neuguinea", meint Basil.  Während der einmonatigen Auszeit soll auch die Möglichkeit geprüft werden, ein eigenes staatliches Social Network als Alternative zu Facebook aufzubauen. Internationale Beobachter sind erstaunt über das Vorgehen des Staates. Nur 12 Prozent der Bürger von Papua-Neuguinea haben Zugang zum Internet. Facebook könne daher nur einen beschränkten Einfluss auf die Gesellschaft haben. Die Auswirkungen von Facebook untersuchen sowie Fake-Nutzer erkennen könne man auch während des laufenden Betriebes. Eine Zwangspause sei daher eigentlich nicht notwendig.

( futurezone ) Erstellt am 29.05.2018