Netzpolitik
04.02.2018

Strache-Sprecher zitiert rechtsextremes Portal

In einem Tweet hat Martin Glier, Pressesprecher von Vizekanzler Heinz-Christian Strache, das einschlägige Portal Metapedia zitiert.

Am Sonntavormittag sorgte eine Twitter-Unterhaltung zwischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache, KURIER-Herausgeber Helmut Brandstätter und Straches Pressesprecher Martin Glier für Aufsehen. Als Replik zu der Verwendung des Begriffs „Blutzeuge“ postete Glier einen Screenshot des einschlägigen Portals Metapedia. Hier ein Screenshot des mittlerweile gelöschten Tweets:

Der Post sorgte bei anderen Twitter-Nutzern für Empörung. Sonntagnachmittag entfernte ihn Glier dann mit der Erklärung, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass es sich bei Metapedia um eine rechtsextreme Seite handle.

Rechtsextrem

Metapedia ist ein Wiki, das von rechtsextremen Gedankengut und Propaganda durchzogen ist, wie auch staatliche Stellen festgestellt haben. 2008 wurde die Metapedia im Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen als rechtsextrem eingestuft. So wird unter anderem Zweifel am Holocaust suggeriert. Außerdem werden Gräueltaten während der Nazizeit verharmlost und in Frage gestellt. Laut einem Bericht im Profil verstoßen Teile der Metapedia auch gegen das Verbotsgesetz. Österreich wird etwa als "deutscher Teilstaat" bezeichnet, der unter der Bezeichnung "Republik Österreich“ verwaltet wird.

Sonntagnachmittag war die Metapedia offenbar aufgrund von technischen Problemen nicht erreichbar. Ob Überlastung die Ursache für den Ausfall ist, war vorerst noch unklar.

Bereits am Samstag herrschte Aufregung, weil der FP-Chef in einem Facebook-Post von "Systemmedien" sprach. Der Begriff erinnert stark an "Systempresse", das in der NS-Zeit als Propagandabegriff geläufig war.