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Netzpolitik
12/15/2016

Twitter-CEO wegen Emoji nicht zu Trump-Treffen eingeladen

Während sich fast die gesamte Tech-Branche am Mittwoch im Trump Tower versammelte, fehlte ein bekanntes Unternehmen: Twitter. Grund dafür soll ein abgelehnter Emoji-Deal sein.

Am Mittwoch versammelten sich nahezu alle Top-Manager der Tech-Branche im Trump Tower in New York. Der designierte US-Präsident Donald Trump zeigte sich versöhnlich gegenüber jenen Firmen, die er im Wahlkampf heftig attackierte, beispielsweise Amazon oder Apple. Doch ein Unternehmen, das eng mit Donald Trumps Erfolg verbunden wird, war erstaunlicherweise abwesend: Twitter. Bereits im Vorfeld wurde bekannt, dass Twitter-CEO Jack Dorsey nicht eingeladen wurde. Doch erst jetzt sickern die Gründe dafür durch.

Kein #CrookedHillary

Laut Politico wurde Twitter nicht eingeladen, weil ein Emoji-Deal während dem Präsidentschaftswahlkampf nicht zustande kam. Die Trump-Kampagne wollte ein Emoji für den Hashtag #CrookedHillary ("Betrügerische Hillary") einrichten, wie sie von Unternehmen als Werbemittel gekauft werden kann. So bewirbt Disney derzeit das Star-Wars-Spin-off "Rogue One" (zur futurezone-Review) mit dem Hashtag #RogueOne, neben dem ein Todesstern-Emoji angezeigt wird. Twitter lehnte den Deal mit der Trump-Kampagne ab. Laut Gary Coby, dem Verantwortlichen für Digitalwerbung und Fundraising in der Trump-Kampagne, intervenierte Jack Dorsey persönlich.

"Wir haben ihnen gesagt, dass das Bullshit ist und dass das, was sie mit einer öffentlichen Plattform aufführen, verantwortungslos und gefährlich ist", so Coby in einem Medium-Post. Trumps Twitter-Account ist eines der wichtigsten Kommunikationsmittel des US-Unternehmers. Er zählt mehr als 17,3 Millionen Follower. Daher investierte die Trump-Kampagne auch stark in Twitter-Werbung. Laut Corby wurde bereits vor der Wahl ein fünf Millionen Dollar schwerer Werbe-Deal mit Twitter abgeschlossen. Dieser sah vor, dass die Trump-Kampagne diese Summe in Twitter-Werbung investiert, im Gegenzug erhalte man "Rabatte, Vorteile und angepasste Lösungen".

"Nicht wertvoll genug"

Trump-Berater Sean Spicer bestritt jedoch, dass Dorsey aus diesen Gründen nicht eingeladen wurde. "Der Konferenztisch hat eine bestimmte Größe. Es gibt eine lange Liste von Unternehmen und wenn man die durchgeht, findet man mit Sicherheit auch andere Firmen, die nicht dort waren." Ein anderer Trump-Mitarbeiter sagte gegenüber Reuters, Twitter wurde nicht eingeladen, weil es "nicht groß genug sei". Twitter kann derzeit einen Marktwert von 13,85 Milliarden US-Dollar vorweisen.