Netzpolitik
16.10.2018

Unzensuriert-User drohen Florian Klenk mit Tod: Polizei ermittelt

Internet-Nutzer drohen dem Falter-Journalisten mit „Entfernung“ und „posthumen Ohrfeigen“. Nun wird die Polizei aktiv.

Zwei Nutzern des FPÖ-nahen Online-Portals Unzensuriert.at droht eine strafrechtliche Verfolgung, weil sie Falter-Chefredakteur Florian Klenk online bedroht haben. Konkret fordern sie, dass man Klenk „entfernt“, weil er „das Land vergiften“ würde. Ein zweiter Nutzer fragt, was wohl „am Grabstein Klenks stehen“ werde und droht ihm „postume Ohrfeigen“ an.

Laut einem Facebook-Posting von Klenk, hat die Landespolizeidirektion Wien „demonstrativ schnell“ reagiert und ihn am Montag zu einer Zeugeneinvernahme geladen.

Klenk hoffe demnach auf ein Strafverfahren. Er wolle außerdem auf seiner Facebook-Seite weiter ausführlich über den Fortgang des Verfahrens berichten.

Früherer Fall

Es ist nicht der erste derartige Fall im Zusammenhang mit Unzensuriert.at. So wurde die Plattform Anfang 2017 in erster Instanz zu einer Zahlung einer Entschädigungssumme von 2000 Euro an „profil“-Redakteurin Christa Zöchling verurteilt. Auch damals ging es um Bedrohungen in Kommentaren. Zöchling wurde damals damit gedroht, als „Zielscheibe“ verwendet zu werden.

In zweiter Instanz wurde das Urteil allerdings wieder aufgehoben. Unzensuriert.at sperrte die Nutzer damals dennoch und gab die Registrierungsdaten an die Behörden weiter. In einer Stellungnahme gab man an, mit derartigem Gedankengut nichts zu tun haben zu wollen.

Sperre durch Facebook

Zuletzt sorgte die Plattform für Aufsehen, als die Facebook-Seite von Unzensuriert.at vorübergehend gesperrt wurde. Die Online-Plattform sprach später von einem „Fehler“. Zuvor sorgte die Sperre allerdings wieder für zahlreiche fragwürdige und teilweise antisemitische Kommentare der Nutzer.