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Netzpolitik
01/03/2018

Urteil: Vater darf WhatsApp-Chats von Tochter überwachen

Ein Vater, der die WhatsApp-Nachrichten seiner Tochter las, wurde von seiner Ex-Frau verklagt. Doch ein spanisches Gericht gab ihm nun recht.

Eltern dürfen in Spanien die WhatsApp-Konversationen ihrer Kinder überwachen. Das bestätigte ein Urteil des Landgerichtes Pontevedra. Ein Mann bat offenbar seine neunjährige Tochter um das Passwort für ihr Smartphone, um ihre WhatsApp-Nachrichten zu lesen. Dazu zählten neben Unterhaltungen mit ihren Freunden auch Chats mit ihrer Mutter. Diese sah das als Verletzung der Privatsphäre an und verklagte ihren Ex-Mann.

„Meine beiden Kinder haben mir erzählt, dass ihr Vater sie in ihr Schlafzimmer gebracht und gemeinsam die Nachrichten meiner Tochter gelesen haben“, so die Mutter. „Er fragte auch meinen Sohn nach dem Passwort, aber er hat sich geweigert.“ Angeblich habe der Vater auch gedroht, die Polizei zu rufen, wenn der Sohn das Passwort nicht verrät.

Zustimmung erteilt

Für das Gericht stellt das jedoch kein Problem dar. Im Urteil verweist man auf Paragraf 154 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Eltern werden darin verpflichtet, sich um ihre Kinder zu kümmern und für ihre Erziehung zu sorgen. Dazu zähle auch WhatsApp, das „die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit aufseiten der Eltern oder Erzieher erfordert.“ Zudem habe das Kind die Zustimmung erteilt, eine Drohung konnte nicht nachgewiesen werden.

Ähnliche Konflikte vor Gericht gab es bereits zuvor, meist wurden diese aber zwischen Kindern und Eltern geführt. So wurde ein deutscher Vater 2016 per Urteil dazu gezwungen, WhatsApp vom Smartphone seiner Tochter zu löschen, da diese wiederholt Opfer von Sexting wurde. In den USA konfiszierte ein Mann das Smartphone seiner Tochter, diese zeigte ihn kurzerhand wegen Diebstahl an. Das Gericht sprach ihn jedoch frei.