Netzpolitik
24.02.2016

US-Justiz forderte Entsperrung weiterer iPhones

Neue Unterlagen zeigen, dass Apple nicht nur ein iPhone für die US-Justiz entsperren sollte, sondern mehrere. Apple will sich mit dem Grundsatz der Redefreiheit wehren.

Der Streit zwischen dem US-Justizministerium und Apple über die Entsperrung von iPhones hat größere Ausmaße als bekannt. Aus am Dienstag veröffentlichten Gerichtsunterlagen geht hervor, dass sich das Ministerium in den vergangenen vier Monaten bei Gerichten landesweit in zwölf weiteren Fällen um eine Umgehung der Schutzmechanismen bemüht hat.

Von Eins auf 13

Bisher war nur bekannt, dass es sich mit Apple um das Handy eines der Angreifer von San Bernardino streitet. Von den weiteren Fällen hatte zuerst das Wall Street Journal berichtet.

Im bisher einzigen bekannten Fall will das Justizministerium Apple per Gerichtsurteil zwingen lassen, das iPhone des Angreifers von San Bernardino für die Ermittler zu knacken. Beim Anschlag im Dezember hatten zwei Islamisten 14 Menschen erschossen, bevor sie selbst von der Polizei getötet wurden. Die Bundespolizei FBI untersucht derzeit, ob die Attentäter mit der Extremistenmiliz Islamischer Staat und anderen militanten Gruppen in Kontakt standen.

Redefreiheit

Apple wehrt sich gegen das erzwungene Entsperren des iPhones und spricht von einem gefährlichen Präzedenzfall. Die Umgehung der Sicherheitsmaßnahmen würde die Sicherheit aller iPhone-Modelle kompromittieren. Das FBI oder Cyberkriminelle könnten ein entwickeltes Verfahren auf sämtliche Modelle anwenden, sobald ein solches existiere.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, will der Konzern juristisch gegen das Gerichtsurteil im San-Bernardino-Fall vorgehen und sich dabei vor allem auf den Grundsatz der Redefreiheit berufen. Dieses im ersten Verfassungszusatz der USA garantierte Recht gilt auch für Unternehmen. Computercode wird von den Apple-Anwälten als eine Form der freien Rede gesehen.