Netzpolitik
29.03.2017

USA: Provider dürfen Browser-Historie der User verkaufen

Trump im Kongress. © Bild: APA/AFP/MANDEL NGAN

Die zweite Kammer des US-Parlaments bestätigt die Entscheidung des Senats, Internet-Provider persönliche Kundendaten ohne Einwilligung verkaufen zu lassen.

Nach dem US-Senat hat sich auch das Repräsentantenhaus für die Rücknahme bestimmter Vorschriften zum Schutz der Daten von Internetnutzern ausgesprochen. Die Abgeordneten stimmten mit 215 zu 205 am Dienstag dafür, dass die unter der Regierung von US-Präsident Barack Obama erlassenen Regularien zurückgenommen werden sollen.

Wettbewerbsnachteil

Dabei geht es um Anordnungen, die Internetanbieter wie AT&T oder Verizon betreffen. Diese müssen demnach bisher die Zustimmung von Kunden einholen, bevor sie Geodaten oder Informationen über Finanzen, Gesundheit, Kinder und Browserverlauf für Marketing und Werbezwecke nutzen dürfen. Nach Angaben führender Republikaner benachteiligen die Vorschriften Internetanbieter gegenüber Webseiten-Betreiber wie Google, Facebook und Twitter, da bei letzteren weniger strenge Regeln griffen. Deshalb könnten sie mehr Daten als die Internetprovider sammeln und damit den Markt für digitale Werbung noch mehr dominieren.

Trumps Unterschrift

Nach dem Kongress muss Präsident Donald Trump der Rücknahme der Regeln noch zustimmen. Nach Angaben seines Büros unterstützt er die Haltung der Parlamentarier. Der Leiter der Kommunikationsaufsichtsbehörde FCC, Ajit Pai, begrüßte die Entscheidung im Kongress. Kürzlich sagte er, die Privatdaten von Internetkunden würden auch ohne die unter der Obama-Regierung im vergangenen Oktober erlassenen Regeln geschützt werden. Kritiker sehen jedoch den Datenschutz geschwächt.