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Netzüberwachung
09/16/2014

Verdacht: NSA nutzt Netz von Telekom Austria und Uni Wien

Der US-Geheimdienst NSA könnte auch österreichische Telekommunikationsnetze für seine Spionagetätigkeiten nutzen. Darauf deuten vom Spiegel veröffentlichte NSA-Dokumente.

Laut Berichten des Whistleblowers Snowden versucht die NSA, das Internet mittels des eigenen Programms "Treasure Maps" zu kartieren. Sie soll dafür aber nicht nur das Netz der Deutschen Telekom anzapfen, sondern auch in Österreich Datenleitungen der Telekom Austria und der Universität Wien unterwandern. Hinweise darauf finden sich in vom Spiegel veröffentlichten Dokumenten, wo sowohl das Netz der Telekom Austria, als auch als auch der Zentrale Informationsdienst (ZID) der Universität Wien namentlich auftauchen.

Österreichische Netze ausspioniert

Durch das Spionageprogramm „Treasure Map“ versuche die NSA jedes Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, jederzeit orten zu können um Computerattacken und Netzwerk-Spionage abwehren zu verhindern. Dabei habe die NSA auch Datenleitungen der Telekom Austria und der Universität Wien besonders im Auge. Sprecher von beiden Institutionen meinten gegenüber dem "Standard" jedoch, dass sie bisher keine verdächtigen Vorrichtungen oder Datenverkehr festgestellt hätten.

Michaela Bociurko vom ZID meinte, dass der Universität Wien keine Erkenntnisse „auf eine geheimdienstliche Zweckentfremdung ihrer Einrichtungen“ vorliege. Bereits im Juli war bekannt geworden, dass ein Mitarbeiter der Universität Salzburg ins Visier der NSA geraten war. Die Internetadresse eines von ihm betriebenen Servers fand sich im Quellcode des NSA-Überwachungsprogramms „XKeyscore“, mit dem Nutzer und Netzwerkadministratoren des Anonymisierungsnetzwerkes „Tor“ ausspioniert werden.

Möglicher Lauschposten

Laut TA-Sprecher Peter Schiefer dürfte die NSA die Datenleitungen benutzen um das gesamte Netz zu durchleuchten. Auch ein Netz der Universität Wien, das Teil des wissenschaftlichen ACOnet und des Webknotens „Vienna Internet eXchange“ (ViX) sei, werde explizit in den Unterlagen des Geheimdienstes erwähnt. Der vom Zentralen Informationsdienst (ZID) der Universität Wien betriebene Webknoten wurde bereits kurz nach dem Auffliegen der NSA-Überwachungsaffäre als möglicher Lauschposten in Österreich genannt. Über 100 Unternehmen, darunter Facebook, haben sich dort mit eigener Technik eingerichtet.

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